Neue Ernährungsstrategie: Bund will gesünderes Essen fördern

    Neue Ernährungsstrategie:Bund will gesünderes Essen fördern

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    Immer mehr Kinder und Ältere essen in Kantinen oder Mensen - oft zu fett, zu süß, zu ungesund. Mit einer Ernährungsstrategie will die Bundesregierung das jetzt ändern.

    Die Bundesregierung hat eine neue Ernährungsstrategie beschlossen unter dem Titel "Gutes Essen für Deutschland".
    Die Bundesregierung hat eine neue Ernährungsstrategie beschlossen unter dem Titel "Gutes Essen für Deutschland". Weniger Zucker, Fett und Salz im Essen, vor allem für Kinder.17.01.2024 | 1:20 min
    Gesünderes Essen in Kitas und Kantinen und weniger Lebensmittelverschwendung - das sind einige Leitlinien von der Ernährungsstrategie der Bundesregierung. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir sagte bei der Vorstellung der Pläne, die zuvor vom Kabinett beschlossen wurden:

    Leckeres, gesundes und nachhaltiges Essen darf nicht vom Geldbeutel abhängen oder davon, aus welcher Familie man kommt.

    Cem Özdemir, Landwirtschaftsminister

    "Entscheiden muss sich dann jeder selbst, da hat niemand jemandem etwas vorzuschreiben", betonte Cem Özdemir.
    Die vom Landwirtschaftsministerium erarbeitete Strategie bündelt etwa 90 geplante oder bereits bestehende Maßnahmen, die "gutes Essen für alle Menschen in Deutschland leichter" machen sollen, wie Özdemirs Ministerium mitteilte.
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    Der Zielhorizont geht bis zum Jahr 2050. Derzeit werde es Menschen, die im Alltag Lebensmittel essen oder kaufen, schwer gemacht, an gesundes und nachhaltiges Essen zu gelangen, heißt es.

    Bessere Großverpflegung und weniger Verschwendung

    Festgeschrieben sind mehrere Ziele, darunter eine Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung, die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung, sowie mehr pflanzliche und ökologisch produzierte Lebensmittel. Gleichzeitig sollen fleisch- und zuckerhaltige Lebensmittel in Einrichtungen reduziert werden.
    Für ein vielseitigeres Essen in Schulen und Kitas sollen etwa verbindliche Standards sowie Schulküchen und Trinkwasserspender gefördert werden. Außerdem soll es verbindliche Ziele entlang der Lebensmittelkette geben, um Verschwendung zu reduzieren.
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    Werbung für Süßes reduzieren

    Ziel ist es außerdem, die an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt einzuschränken. Der AOK-Bundesverband begrüßte das Streben der Regierung nach besseren Rahmenbedingungen für eine gesunde Ernährung.
    Das Missverhältnis von zu viel Fleisch und Zucker und zu wenig Vollkornprodukten sowie Obst und Gemüse auf dem Teller sei "schädlich für das Klima und für die Gesundheit", erklärte die Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Carola Reimann.

    Kennzeichnung weiterhin unzureichend

    An vielen Stellen bleibe die Strategie allerdings "schwammig" und hinter den Empfehlungen des Bürgerrats Ernährung zurück - etwa beim Thema Subventionen für Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte und bei der Weiterentwicklung der Kennzeichnungsregeln.
    Der Bürgerrat Ernährung ist ein vom Bundestag eingesetztes Gremium aus 160 ausgelosten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die seit Ende September Fragen rund um das Thema diskutiert und Empfehlungen erarbeitet hatten.

    Foodwatch: "wohlklingend, aber weitgehend folgenlos"

    Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch sprach von einem "wohlklingenden, aber weitgehend folgenlosen Papier". In der Strategie fänden sich zwar viele hehre Ziele, aber kaum wirkungsvolle Maßnahmen.
    So sei etwa unklar, wie das Ziel einer besseren Gemeinschaftsverpflegung konkret erreicht werden soll. "Für Pflicht-Vorgaben in Schulen und Kitas wären die Länder zuständig."

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    :9 Maßnahmen: Wozu der Bürgerrat Ernährung rät

    Der vom Bundestag eingesetzte Bürgerrat Ernährung hat am Sonntag neun Empfehlungen zur Verbesserung der Ernährungspolitik beschlossen. Oberste Prio: kostenloses Essen für Kinder.
    Berlin: Schüler beim Mittagessen in der Mensa in der Grundschule an der Wuhlheide.
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    Quelle: AFP, KNA

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