USA und Frankreich schließen Kampfjet-Lieferung nicht aus

    Flugzeuge für die Ukraine :USA schließen Kampfjet-Lieferung nicht aus

    |

    Nach der Zusage von Leopard-Panzern fordert die Ukraine auch die Lieferung von Kampfjets. Die USA und Frankreich sperren sich nicht dagegen - machen aber auch noch keine Zusagen.

    Die USA schließen die Lieferung von Kampfjets an die Ukraine nicht aus. Das sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jon Finer, am Donnerstag (Ortszeit) im US-Fernsehsender MSNBC. Und auch Frankreich hat Medienberichten zufolge diese Haltung.

    US-Sicherheitsberater: "Kein Waffensystem ausgeschlossen"

    Auf die Frage, ob die USA die Lieferung von Kampfjets in Erwägung ziehen, sagte Finer, man habe kein bestimmtes Waffensystem ausgeschlossen. Man werde die Unterstützung danach ausrichten, was die Ukraine brauche. "Wir werden das sehr sorgfältig diskutieren", sagte Finer im Hinblick auf Anfragen der Ukraine.

    Experte zu Forderung aus Kiew
    :Sind Kampfjets wirklich notwendig?

    Nach Kampfpanzern fordert Kiew vom Westen nun Kampfflugzeuge. Warum er das kritisch sieht und das militärisch aktuell nicht notwendig wäre, erklärt Militärhistoriker Neitzel.
    von Katja Belousova
    Wolodymyr Selenskyj (r), Präsident der Ukraine, und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)
    FAQ

    Auch Frankreich lässt "alle Türen offen"

    Medienberichten zufolge schließt auch Frankreich eine Lieferung von Kampfjets an die Ukraine nicht aus. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der französischen Nationalversammlung, Thomas Gassilloud, sagte britischen Medien zufolge am Donnerstag in London:

    Wir müssen Anfragen von Fall zu Fall untersuchen und alle Türen offen lassen.

    Thomas Gassilloud, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der französischen Nationalversammlung

    "Wir werden in den kommenden Wochen sehen, was als nächstes passiert, denn die Dinge bewegen sich schnell", sagte Gassilloud demnach nach Gesprächen mit seinem britischen Kollegen Tobias Ellwood und Verteidigungsminister Ben Wallace.
    Den Berichten zufolge nannte Gassilloud als Bedingungen, dass eine Lieferung von Kampfjets die französische und europäische Sicherheit nicht gefährden dürfe und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht eskaliere.

    Bundesregierung lehnt Lieferung von Kampfjets ab

    Zuvor hatte der frühere ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, moderne Kampfjets für den Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg gefordert. Die Verbündeten sollten eine starke Kampfjet-Koalition auf die Beine stellen, mit US-amerikanischen F-16 und F-35, Eurofightern und Tornados, französischen Rafale und schwedischen Gripen-Jets. Melnyk ist inzwischen stellvertretender Außenminister der Ukraine.
    Vergangene Woche hatte der niederländische Außenminister Wopke Hoekstra dem niederländischen Parlament übereinstimmenden Medienberichten zufolge gesagt, man stehe dem Thema offen gegenüber, es gebe keine Tabus. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schloss nach der Zusage von Leopard-2-Kampfpanzern am Mittwoch eine Lieferung von Kampfjets aus.
    Auch FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann reagierte skeptisch auf Forderungen der ukrainischen Regierung, nach den Leopard-Panzern nun auch moderne Kampfjets zu liefern. "Ich sehe keine deutschen Kampfjets über der Ukraine", sagte Strack-Zimmermann - eine vehemente Unterstützerin von Waffenlieferungen an die Ukraine - im ZDF.
    Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

    Russland greift die Ukraine an
    :Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

    Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
    Ukrainische Soldaten üben an einem Panzer während einer militärischen Ausbildung, aufgenommen am 06.12.2023
    Liveblog
    Quelle: dpa
    Thema

    Aktuelle Nachrichten zur Ukraine