Saporischschja: Moskau "bereit" zu Mitarbeit

    IAEA-Initiative zum AKW-Schutz:Saporischschja: Moskau "bereit" zu Mitarbeit

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    Seit Monaten versucht die IAEA die Gefahr einer atomaren Katastrophe im Kernkraftwerk Saporischschja zu bannen. Russlands Atombehörde Rosatom erklärt, man sei bereit zur Mitarbeit.

    Atomkraftwerk Saporischschja am 15.03.2022
    Von Russland besetzt: Atomkraftwerk Saporischschja (Archivbild)
    Quelle: AP

    Russland will nach eigenen Angaben die Forderung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nach einer Schutz-Vereinbarung für das Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine unterstützen.
    Moskau sei "bereit", an der Umsetzung der Initiative von IAEA-Chef Rafael Grossi mitzuarbeiten, teilte die staatliche russische Atombehörde Rosatom nach einem Treffen ihrer Vertreter mit Grossi mit. Der Argentinier bemüht sich, mittels Pendeldiplomatie zwischen Russland und der Ukraine eine Lösung für das von Moskau besetzte ukrainische Atomkraftwerk zu erreichen.
    Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Grossi, zeigte sich nach einer Inspektion des AKW Ende März besorgt.30.03.2023 | 0:22 min

    Grossi will Sicherheitsregeln für Saporischschja

    Die IAEA schlug voriges Jahr die Einrichtung einer Sicherheitszone um die Nuklearanlage vor, um die Gefahr einer atomaren Katastrophe zu bannen. Mittlerweile spricht Grossi nicht mehr von einer "Schutzzone", sondern von einer Einigung auf gemeinsame Sicherheitsregeln. Demnach darf die Anlage weder beschossen werden, noch als Basis für Angriffe dienen.
    Grossi selbst war bereits zweimal in dem Kernkraftwerk - zuerst im September letzten Jahres, nun noch einmal Ende März. In der Ukraine sprach er dabei in der vergangenen Woche auch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Sein jüngster Besuch in Saporischschja habe bestätigt, dass das Ziel, das Kernkraftwerk zu schützen dringend erreicht werden müsse. Das läge im Interesse aller, schreibt Grossi auf Twitter.
    Rafael Grossi auf Twitter:
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    Auch Treffen mit Militärvertretern

    In Kaliningrad traf er neben dem Rosatom-Direktor Alexej Lichatschow auch den Chef der technischen Aufsichtsbehörde, Alexander Trembitzki, sowie Vertreter des russischen Militärs, der Nationalgarde und des Außenministeriums. Er habe dabei noch einmal auf die Dringlichkeit einer Lösung für das Kraftwerk hingewiesen, so Grossi.
    Rosatom ist momentan auch für den Betrieb des Kraftwerks Saporischschja zuständig und teilte über Twitter mit, Lichatschow habe Grossi über "die Schritte informiert, die von russischer Seite unternommen werden, um den sicheren Betrieb" der Anlage zu gewährleisten.
    Die Sorge um das von Russen kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja ist groß. 29.03.2023 | 1:28 min

    AKW Saporischschja inzwischen in Kaltbetrieb

    Russland hatte das Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine kurz nach Beginn seines Angriffskrieges eingenommen und hält es seitdem besetzt. Moskau und Kiew beschuldigen sich immer wieder gegenseitig, für Angriffe um und auf das Atomkraftwerk verantwortlich zu sein.
    Durch Beschuss in der Region wurde das Kraftwerk bereits mehrmals vom ukrainischen Stromnetz abgetrennt, obwohl es für einen sicheren Betrieb eine konstante Energiezufuhr braucht. Um diese zu gewährleisten, mussten zwischenzeitlich Notgeneratoren einspringen. Das AKW wurde inzwischen in den Kaltbetrieb versetzt, die Reaktoren wurden heruntergefahren. Die Anlage wird von außen mit Strom versorgt.
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    Quelle: dpa, AFP
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