Aktienhandel lernen: Welche Börsenweisheiten es gibt
Grundlagen des Aktienhandels:Das steckt hinter Börsenweisheiten
von Deborah Gettmann
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Seit jeher ranken sich um den Börsenhandel unterschiedliche Mythen und Weisheiten. Doch können sie auch den Anlegern bei der Entscheidung helfen? Ein Überblick.
Sell in May and go away: Um den Aktienmarkt zu verstehen, gibt es einige Börsenweisheiten. Was ist an ihnen dran?
Quelle: dpa
Insbesondere für private Anleger und Anlegerinnen kommen mit den ersten Schritten am Aktienmarkt häufig Fragen auf: Welche Aktien sollte man kaufen? Wann stößt man sie wieder ab? Wie geht man mit verpassten Chancen um? Eine erste Orientierung können Börsenweisheiten bieten, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben.
Wie Börsenweisheiten sich von Börsenmythen unterscheiden
Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen Mythos und Weisheit. Alte Mythen wie "Frauen investieren schlechter als Männer" oder "die Börse ist nur etwas für Reiche" sind längst widerlegt, weiß Börsenexpertin Edda Vogt. Bei bestimmten Weisheiten sieht das anders aus. "Oftmals handelt es sich hier um Regelmäßigkeiten am Aktienmarkt, die man beobachtet und in einen eingängigen Spruch kleidet", sagt die Finanzredakteurin. Daran könnten sich insbesondere Anfänger gut orientieren.
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"Lege nie alle Eier in einen Korb!"
Diese Weisheit stammt vom US-amerikanischen Ökonom Harry Markowitz, der das Diversifikationsprinzip begründet hat. Was sich kompliziert liest, ist schnell auf den Punkt gebracht: Das Zauberwort lautet Streuung. Anstatt in wenige Top-Aktien zu investieren, wird das eigene Portfolio mit unterschiedlichen Aktien durchmischt. Eine Börsenweisheit, die sich etabliert hat. Bereits in den 1960er-Jahren konnte statistisch nachgewiesen werden, dass eine breite Aktienstreuung nicht nur die Rendite erhöhen, sondern auch das Anlagerisiko minimieren kann.
"Greife nie in ein fallendes Messer!"
Was in der Küche gilt, bedeutet in der Börsensprache: keine Aktien kaufen, deren Kurs rapide sinkt. Ein bewährter Rat, denn fällt die Aktie nach dem Kauf noch weiter, drohen hohe Verluste.
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"Der Trend ist dein Freund!"
Auch bei dieser Weisheit orientiert man sich am bisherigen Verlauf einer Aktie. Hier setzt man auf den Kauf von Wertpapieren, deren Kurs in der Vergangenheit stetig gestiegen ist. Allerdings sollten Anleger bedenken, dass Trends auch enden und eine aktuell positive Entwicklung nicht immer auf die zukünftige Performance schließen lässt.
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"Sell in May and go away - but remember to come back in September!"
Eine der bekanntesten Weisheiten bedeutet frei übersetzt so viel wie: "Verkaufe im Mai und kehre der Börse den Rücken - aber vergiss nicht, im September zurückzukehren". Der Gedanke dahinter ist, dass Aktienkurse in der Regel ab Mai fallen. Deshalb sollten Aktien verkauft und das generierte Geld bis September zur Seite gelegt werden. "Tatsächlich gibt es einige statistische Untersuchungen, die belegen, dass die Umsätze an der Börse in den Sommermonaten niedriger sind", erklärt Ökonomin Edda Vogt. Dadurch, dass im Sommer weniger gehandelt werde, hätten einzelne Meinungen ein stärkeres Gewicht.
Schlechte Nachrichten bedeuten deshalb häufig einen entsprechend größeren Kursauschlag.
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Edda Vogt, Deutsche Börse AG
Ob ein rein saisonaler Aktienhandel sinnvoll ist, sollten insbesondere langfristig orientierte Anleger genau prüfen. Unvorhersehbare Ereignisse können auch in anderen Monaten zu Einbrüchen am Markt führen.
"Einer Aktie und einer Straßenbahn läuft man nicht hinterher."
Dieses Credo geht auf den Finanzexperten André Kostolany zurück und ergibt bis heute Sinn. "Verpasst man an einem Tag eine gute Kaufoption, sollte man sich nicht ärgern und die Aktie am nächsten Tag zu schlechteren Bedingungen kaufen. Man sollte sich verdeutlichen, dass alles immer wieder kommt", so Börsenexpertin Edda Vogt. Eine Weisheit, die zum kleinen Börsen-Einmaleins gehört und insbesondere für Neulinge am Börsenmarkt hilfreich sein kann. Sie hilft nicht nur dabei, den Umgang mit verpassten Chancen zu akzeptieren, sondern bewahrt unter Umständen auch vor größeren Verlusten.
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von Zarah Reinders
Quelle: dpa
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