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Eis ohne Sünde

Nachhaltiger Genuss aus dem Kühlfach

von Sebastian Lindemann

Ein Sommer ohne Eis – unvorstellbar! Doch unappetitliche Zusatzstoffe, lange Lieferketten bei den Zutaten oder Umweltsünden wie Plastiklöffel und energieintensive Kühlung trüben die Freude.

30 min
30 min
24.07.2021
24.07.2021
UT - DGS
UT - DGS
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.07.2023

Dabei sind Nachhaltigkeit, Bio-Zutaten oder regionale Produkte auch beim süßen Sommervergnügen möglich. Immer mehr Eisproduzent*innen gehen neue Wege und setzen auf einen ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt. "plan b" zeigt Eis-Genuss ohne schlechtes Gewissen.

Franziska Göttsche und Martin Horst aus Mecklenburg-Vorpommern stecken viel Herzblut in ihr Eis. Das junge Gründerpaar beginnt vor sechs Jahren zu experimentieren: Ein Eis aus möglichst regionalen Zutaten und ohne Zusatzstoffe wollen sie kreieren. Deshalb ersetzen bei ihnen Bio-Eier vom lokalen Bauernhof künstliche Bindemittel und die nicht-pasteurisierte Bio-Frischmilch stammt aus der Nachbarschaft. Das kommt bei der Kundschaft gut an. 2020 wollen sie sich in Penzlin den Traum von einer eigenen gläsernen Eis-Manufaktur erfüllen. Doch der Umzug zieht sich durch die Pandemie in die Länge und beansprucht sie finanziell. Die große Eröffnung von "Jackle&Heidi" steht ein ums andere Mal auf der Kippe – geht es für ihr Herzensprojekt in diesem Sommer endlich richtig los?


Ab Juli 2021 sind Einwegplastikprodukte in der EU verboten. Genau der richtige Zeitpunkt für die Idee von Amelie Vermeer und Julia Piechotta: essbare Eislöffel. Ihr Motto: "Don't waste it! Taste it!" Mit ihrem jungen Start-up Spoontainable produzieren sie Löffel, die man nach Gebrauch einfach wegknabbern kann. Der Teig besteht zum größten Teil aus Reststoffen der Schokoladen- und Haferverarbeitung. So schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe: weniger Plastikmüll und weniger Verschwendung in der Lebensmittelverarbeitung.

Florida Eis aus Berlin-Spandau produziert klimaneutral und zeigt, dass Nachhaltigkeit auch im großen Stil möglich ist. Das Lager hält ein künstlicher Permafrostboden kühl, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Fabrikhalle liefert Strom und eine innovative Speicherkühlung ermöglicht eine energiesparende Auslieferung im E-Truck. Inhaber Olaf Höhn setzt auf Menschenhand – 42 Mitarbeiter streichen das Eis bei ihm in die neu entwickelten, umweltfreundlichen Papp-Becher. Das ist stromsparender als Roboter oder Maschinen und sorgt für ein besonderes Eis-Erlebnis.

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