Sie sind hier:

Wenn das Herz Hilfe braucht

Das Kunstherz

Herztransplantation oder Kunstherz - was kommt wann zum Einsatz?

Datum:
25.03.2019
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar

Derzeit warten Betroffene wegen des Mangels an Spenderorganen in der Regel mehrere Jahre auf ein Spenderherz. Das wäre aber für viele schwer herzkranke Betroffene zu lang. Ein Kunstherz, oder genauer gesagt ein Herzunterstützungssystem, kann die Wartezeit bis zu einer Herztransplantation überbrücken. Ist ein Patient in einem kritischen Zustand und kein Ersatzorgan in Sicht, kann er mithilfe eines Kunstherzens beziehungsweise eines Herzunterstützungssystems stabilisiert werden. Der Blutkreislauf wird dann aufrecht erhalten.

Mit "Kunstherz" meistens Herzunterstützungssystem gemeint

Streng genommen handelt es sich, wenn der Begriff "Kunstherz" fällt, in den meisten Fällen nur um Systeme, die das Herz ersetzen. Meistens kommen dabei künstliche Herzpumpen zum Einsatz, die entweder eine oder zwei Herzkammern des Originalherzens unterstützen. Solche Pumpen werden auch Herzunterstützungssysteme genannt. Im Gegensatz zum Kunstherz wird beim Herzunterstützungssystem nämlich die verbliebene Restfunktion des Herzens genutzt. Das kranke Herz bleibt im Körper des Patienten.

Bei etwa 90 Prozent aller Patienten, die ein Herzunterstützungssystem benötigen, ist eine permanente Unterstützung der linken Herzkammer (LVAD) ausreichend. In manchen Fällen muss auch die rechte Herzkammer (RVAD) zeitweise unterstützt werden. In seltenen Fällen ist eine dauerhafte Unterstützung beider Herzkammern erforderlich. Erst wenn die Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass das eigene Herz nicht mehr erhalten werden kann, muss es durch ein echtes Kunstherz ersetzt werden. Dann wird das erkrankte nicht mehr funktionstüchtige Organ aus dem Körper des Betroffenen gänzlich entfernt und durch ein Kunstherz ausgetauscht.

Funktion und Technik von Herzpumpen

Herzunterstützungssystem Grafik
Links-Herzunterstützungssystem
Quelle: HDZ/Avisomed

Bei den Herzunterstützungssystemen stehen je nach Erkrankung des Betroffenen verschiedene Modelle zur Verfügung. Es wird zwischen elektrischen und druckluftbetriebenen Pumpen unterschieden. In der Regel werden die Herzpumpen in einem chirurgischen Eingriff im Körper des Herzpatienten implantiert. Es gibt jedoch in seltenen Fällen auch Pumpkammern, die außerhalb des Körpers auf dem Bauch positioniert sind.

Das am häufigsten im Körper eingepflanzte Links-Herzunterstützungssystem saugt das Blut über einen Schlauch aus der Spitze der linken Herzkammer an und pumpt es in die Hauptschlagader. Dadurch wird die linke Herzkammer komplett entlastet und der Körper kann wieder ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden.

Risiken und Komplikationen

Herzpumpen haben eine relativ hohe Komplikationshäufigkeit. Neben möglichen technischen Problemen besteht ein großes Schlaganfallrisiko. Durch die tägliche Einnahme von Blutverdünnungsmitteln wie ASS oder Marcumar lässt sich diese Gefahr verringern.

Träger von Herzunterstützungssystemen sind zudem einer ständigen Infektionsgefahr ausgesetzt. Anfällig für Keime ist vor allem die Öffnung für das stromzuführende Kabel oder den Druckluftschlauch in der Bauchdecke. Im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung. Die Austrittsstelle des Versorgungskabels bzw. Schlauches muss daher regelmäßig gereinigt und die Verbände ausgetauscht werden. Duschen und Schwimmen sind wegen der Infektionsgefahr für Betroffene tabu.

Ausblick

In Deutschland werden jährlich fast 500.000 Betroffene mit einer Herzinsuffizienz stationär aufgenommen. Derzeit ist eine Herzverpflanzung zwar in den meisten Fällen die beste Therapie, um Betroffene für ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu stabilisieren. Im Jahr werden jedoch durchschnittlich rund 1000 Herzunterstützungssysteme als Alternative für ein Spenderherz oder zur Überbrückung verpflanzt, denn Spenderorgane sind in Deutschland rar.

Zunehmend kommen Kunstherzen oder Herzpumpen auch als Dauertherapie zum Einsatz. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen gibt es Menschen, die wegen ihres Alters oder ihres Gesundheitszustands nicht mehr für eine Herztransplantation infrage kommen, zum anderen haben Betroffene mit einem Kunstherz oder einer Herzpumpe, bei denen keine Komplikationen auftreten, nur geringe Chancen, auf der Transplantationsliste vorzurücken.

Weitere Gesundheitsthemen

Richtige Behandlung von Bluthochdruck

Volle Kanne - Behandlung von Bluthochdruck 

‎Fast jeder dritte Mensch in Deutschland hat Bluthochdruck. Die Krankheit kann durch fehlende Symptome lange unentdeckt bleiben. Was ist aktuell die bestmögliche Therapie?

17.05.2024
Videolänge
ME/CFS: Was passiert im Körper?

Volle Kanne - ME/CFS: Was passiert im Körper? 

Das chronische Erschöpfungssyndrom ME/CFS ist eine bislang rätselhafte Krankheit. Nun gibt es erste Erkenntnisse, die den Weg zu einer Therapie erleichtern könnten.

13.05.2024
Videolänge
Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du bist dabei, den Kinderbereich zu verlassen. Möchtest du das wirklich?

Wenn du den Kinderbereich verlässt, bewegst du dich mit dem Profil deiner Eltern in der ZDFmediathek.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.