Update am Abend: Trumps Werbeshooting im Gefängnis

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    Update am Abend:Trumps Werbeshooting im Gefängnis

    von Anna Grösch
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    ZDFheute Update

    Guten Abend,

    manche Menschen zeigen Demut, nachdem sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten, manche Reue, wieder andere prahlen - und dann gibt es Donald Trump. Der ehemalige Präsident der USA musste heute im Gefängnis von Fulton County vorstellig werden, seine Daten wurden aufgenommen und sogar ein Polizeifoto gemacht.
    Es ist das erste Foto solcher Art, das jemals von einem Ex-US-Präsidenten geschossen wurde - ein historischer Vorgang. Findet wohl auch Trump selbst, denn der zeigt sich nicht etwa geläutert oder geknickt. Er druckt T-Shirts. Mit ebenjenem Foto und dem Slogan "Never Surrender!", also etwa "Niemals Kapitulieren".
    Der Spruch ist nicht etwa eine Variation des bekannten Bruce-Springsteen-Songs ähnlichen Namens, er ist der Kern der Markenbotschaft Trumps: 'Seht her, sogar bis ins Gefängnis gehe ich für euch'. Dass sein Besuch dort gerade einmal 20 Minuten dauerte und mit 200.000 Dollar Kaution fürs Erste erledigt war, geschenkt. Seine Fans können sich auf der republikanischen Fundraising-Plattform "WinRed" das Motiv auf Tasse, Sticker oder Bierkühler holen.
    Polizeifoto von Donald Trump
    Quelle: AP

    Während Trumps Probleme mit der Justiz denjenigen zu hoffen geben, die ihn keinesfalls ein zweites Mal im Amt sehen wollen, stilisieren sie ihn bei seiner Anhängerschaft nur noch mehr zum Helden. Denn Trump schaut auf seinem Polizeifoto zwar grimmig drein, hat aber offensichtlich nur auf eine solche Gelegenheit zur Inszenierung gewartet haben.
    Denn auf "WinRed" gibt es seit geraumer Zeit ein ähnliches Produkt: Eine offensichtliche Fotomontage, die ihn ebenfalls in Polizeigewahrsam zeigt. Trump, der Märtyrer, der sich für sein Land sogar von der "Elite da oben" einsperren lässt.
    ZDF-Korrespondentin Claudia Bates war bei Trumps Gerichtstermin in Georgia vor Ort:
    ZDF-Korrespondentin Claudia Bates in Atlanta
    25.08.2023 | 2:42 min
    Ob Donald Trump immer noch so begeistert ist, falls es wirklich in der Zukunft zu einer Haftstrafe kommen sollte? Denn die Anreise nach Atlanta mit dem Privatjet war sicherlich komfortabel - im Gefängnis dürfte es dann aber weniger Annehmlichkeiten für den Ex-Präsidenten geben.

    Was heute im Ukraine-Krieg passiert ist

    Reaktionen auf Tod von Prigoschin: Der Absturz eines Flugzeugs, in dem wohl Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin gesessen hat, beschäftigt auch die Politik außerhalb von Russland. Der ukrainische Präsident Selenskyj zeigt sich zurückhaltend, in Polen und Litauen ist man besorgt. Der belarussische Machthaber Lukaschenko hat sich noch nicht zu Prigoschins Tod geäußert. Auch der britische Geheimdienst geht davon aus, dass Prigoschin "sehr wahrscheinlich" tot ist.
    Tschetschenen-Führer äußert sich zu Prigoschin: Der tschetschenische Machthaber und Putin-Verbündete Ramsan Kadyrow äußert sich öffentlich zu Jewgeni Prigoschin. Dessen Tod sei ein "großer Verlust für den ganzen Staat". Eigentlich galten Kadyrow und Prigoschin als zerstritten. Nun behauptet Kadyrow jedoch, dass die beiden schon lange befreundet gewesen seien.
    Russland-Expertin Gesine Dornblüth
    25.08.2023 | 4:37 min
    Kreml nennt Spekulationen "Lüge": Moskau hat mit dem mutmaßlichen Tod des Wagner-Chefs nichts zu tun - sagt Moskau selbst. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nannte entsprechende Spekulationen heute "eine absolute Lüge". Man müsse den Fall auf "Basis von Fakten" behandeln.
    Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

    Was darüber hinaus wichtig ist

    Spur der "Andromeda"-Crew führt in die Ukraine: Nach den Nord-Stream-Anschlägen im vergangenen Jahr dauern die Ermittlungen weiter an. Deutsche Ermittler zweifeln jedoch kaum noch daran, dass die Pipelines mithilfe der Segelyacht "Andromeda" gesprengt wurden. Vor und nach den Explosionen soll sich deren Crew in der Ukraine aufgehalten haben.
    Stadt Maui verklagt Stromversorger: Mehr als 100 Menschen sind Mitte des Monats bei schweren Bränden auf Hawaii gestorben. Die Stadt geht davon aus, dass der örtliche Stromversorger Hawaiian Electric Schuld an den Feuern ist. Wegen schlechter Wartung und nachlässigem Handeln hätten herabfallende Stromkabel die trockene Vegetation in Brand gesetzt.

    Im Livestream

    ZDFheute live: Gegenoffensive vor Durchbruch? Oberst Reisner analysiert die ukrainische Strategie, 19.30 Uhr

    Mehr zur Leichtathletik-WM in Budapest

    Weitere Schlagzeilen

    Zahl des Tages

    Bei 21,1 Grad liegt die Oberflächentemperatur der Ozeane im globalen Mittel nun schon seit rund zwei Wochen. Das geht aus Daten der US-Plattform "Climate Reanalyzer" hervor und ist ein neuer Höchstwert. Die Ozeane haben sich bereits seit März ungewöhnlich stark erwärmt.
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    Streaming-Tipps für den Feierabend

    Sarah und Patrick sind eine Schicksalsgemeinschaft wider Willen: Sie, gerade von ihrem Freund getrennt, er, der eigenwillige Mops ihrer Oma, die gerade verstorben ist. Sarah erbt Patrick und hat eigentlich gar keine Lust darauf, Hunde-Frauchen zu sein. Doch in der Disney-Komödie "Ein Mops zum Verlieben" raufen sie sich schließlich zusammen. Es gibt schließlich große Ziele zu erreichen, unter anderem die Teilnahme an einem Charity-Lauf. (90 Minuten)
    Sarah (Beattie Edmondson) sitzt mit Mops Patrick auf einer Parkbank. Beide schauen interessiert in die gleiche Richtung.
    15.07.2024 | 90:52 min
    Die Peaky Blinders waren eine Bande, die bis in die 1910er Jahre im englischen Birmingham ihr Unwesen trieb. Die Jugendgangs galten als das Schreckgespenst des Viktorianischen Zeitalters. Straßenkämpfe und Gewalt waren an der Tagesordnung, nicht einmal die Polizei war davor sicher. Die zweiteilige Doku "The real Peaky Blinders" beleuchtet das Leben der verarmten englischen Arbeiterklasse und einer Gang, die den Mitgliedern das Gefühl gibt, Teil von etwas Größerem zu sein. (zwei Teile, je rund 45 Minuten)
    Montage: Vorne rechts ein Mann mit einer Schiebermütze; im Hintergrund Bilder und
    02.09.2023 | 43:47 min

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    Anna Grösch und das gesamte ZDFheute-Team
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