Taylor Swift betroffen: Donald Trumps Wahlkampf mit KI-Fakes
Faktencheck
Gegen Swift und Harris:Wie Trump mit KI-Fakes Wahlkampf macht
von Kevin Schubert
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Im US-Wahlkampf verbreitet Donald Trump auch manipulierte Bilder - etwa von Taylor Swift oder Kamala Harris. So erkennen Sie KI-Fakes.
Mithilfe künstlicher Intelligenz wird versucht, Wahlen zu beeinflussen. Im Wahljahr 2024 wächst die Gefahr für die Demokratie. Wer steckt hinter manipulierten Bildern und Stimmen?08.05.2024 | 29:14 min
Wer hätte nicht gerne die Unterstützung von Taylor Swift? Allein in den USA hat der Superstar Millionen Fans, die ihr teils sogar nach Europa hinterherreisen. Millionen Fans, die bei den US-Wahlen im November für Donald Trump oder Kamala Harris stimmen können.
Doch während Swift 2020 noch Joe Biden unterstützt hat, hält sie sich im aktuellen Wahlkampf bislang zurück. Zwar rief sie bereits im September 2023 online dazu auf, sich als US-Wähler registrieren zu lassen. Eine direkte Wahlempfehlung für Harris oder Trump sprach die Sängerin aber nicht aus.
Auf seiner Plattform Truth Social verbreitet Donald Trump dennoch die Lüge, von Taylor Swift und ihren Swifties genannten Fans unterstützt zu werden - und teilt dafür auch mit Künstlicher Intelligenz manipulierte Bilder. ZDFheute hat sich die Bilder angeschaut und erklärt, wie Sie Manipulationen entdecken können.
Die von Trump verbreiteten KI-Fakes im Faktencheck
Teilweise sind die manipulierten Bilder direkt als solche zu erkennen. Eine von Trump geteilte Collage angeblicher "Swifties for Trump" ist auf dem Bild selbst als Satire gekennzeichnet:
Quelle: Truth Social/@realDonaldTrump; x.com/@amuse
Der X-User @amuse, der hinter dem Bild steckt, war offenbar selbst überrascht, dass Trump seinen Post aufgriff. "Es war ein Witz", schrieb er auf X - und wies angesichts der gesteigerten Aufmerksamkeit darauf hin, sowohl die Grafik selbst als auch den Alt-Text als "Satire" gekennzeichnet zu haben.
Wie aber lassen sich mit KI generierte Bilder erkennen, die nicht so deutlich gekennzeichnet sind?
So lassen sich Fake News erkennen.14.05.2024 | 6:00 min
Grundsätzlich können bei der Verifikation mehrere Aspekte betrachtet werden, darunter:
Bild-Analyse: Stimmen alle Details? Auch wenn KI längst fotorealistische Bilder kreieren kann: Bei genauer Untersuchung ergeben sich oftmals Unstimmigkeiten oder Fehler - etwa bei einer Beschriftung, bei Köpermerkmalen oder der Kleidung. Auch der bei KI-Bildern oft unscharfe Hintergrund kann Fehler enthalten. Tipp: in das Bild hineinzoomen und Details Ausschnitt für Ausschnitt untersuchen.
Quellen-Analyse: Woher kommt das Bild? Dabei lohnt einerseits ein Blick auf die Person oder Organisation, die das Foto verbreitet. Aber auch eine Bilderrückwärtssuche via Google, TinEye oder Yandex kann zu Hinweisen führen.
Faktencheck-Suche: Wer an der Echtheit von Bildern zweifelt, kann auch recherchieren, ob andere Nutzer bereits Erkenntnisse zu den Aufnahmen geteilt haben. Unter Umständen gibt es bereits sogar Faktenchecks von seriösen Medien.
Wie man Deepfake-Videos erkennt.22.09.2023 | 1:30 min
Eine Bild-Analyse hilft beispielsweise auch bei anderen von Trump geteilten Bildern. Sie stammen ursprünglich vom X-Nutzer @akafaceshots, einem Trump-Supporter. Während das rechte Bild dieser Collage echte Trump-Supporterin zeigt, ist das linke Bild bei detaillierter Betrachtung klar als KI-Fake zu erkennen:
Quelle: Truth Social/@realDonaldTrump; x.com/@akafacehots
Einige Fehler und Unstimmigkeiten:
Bei der Frau im roten T-Shirt fehlt die Gürtelschnalle.
Die Schrift auf dem roten T-Shirt wirkt an mehreren Stellen eigenartig verzerrt und passt nicht zu den Falten.
Die mittleren Schneidezähne wirken unnatürlich groß.
Einige Flaggen im Hintergrund stimmen nicht mit real existierenden Flaggen von US-Staaten überein.
Die Manschetten der Kaffeebecher sind an mehreren Stellen verzerrt.
Das rechte Bild ist dagegen echt. Es zeigt die Trump-Supporterin Jenna Piwowarczyk, die auch auf einem anderen von Trump geteilten Bild zu sehen ist. Die Bilder wurden ursprünglich von Wisconsin Right Now auf X hochgeladen und stammen von einer Trump-Kundgebung in Racine, Wisconsin.
X-Post von Wisconsin Now
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CBS News zitiert aus einem Video, in dem Piwowarczyk sagt: "Es ist kein Geheimnis, dass sich Millionen junger Wählerinnen als Swifties bezeichnen, und wir wollen nicht, dass sie im November an der Wahlurne zwischen ihrer Liebe zu Taylor Swift und der Unterstützung ihrer konservativen Ideologien wählen müssen."
Trump teilt auch irreführendes Taylor-Swift-Meme
Eine von Trump geteilte Karikatur zeigt Taylor Swift in der Pose von Uncle Sam. Swift ruft darin angeblich auf, bei der Wahl für den Republikaner zu stimmen.
Quelle: Truth Social/@realDonaldTrump; x.com/@akafacehots
Swift in Uncle-Sam-Pose kursiert als Meme schon seit Monaten im Internet. Taylor Swift hat es zu keinem Zeitpunkt selbst gepostet oder sich dahinter gestellt. Das Motiv wurde auch schon zugunsten von Joe Biden verwendet, wie hier im Februar 2024:
X-Post von Bruno Amato
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Im Gegensatz zu Donald Trump haben weder Joe Biden noch Kamala Harris dieses KI-generierte Bild geteilt.
Auch Kamala Harris wird Opfer von KI-Fake
Bereits am Wochenende zeigte Trump, dass er bereit ist, im Wahlkampf auch mit KI-Fakes Stimmung zu machen. Auf X teilte er am Sonntag unkommentiert ein Bild, das auf den aktuellen Parteitag der Demokraten in Chicago anspielt. Der Zuschauer blickt dabei einer Frau über die Schulter, die offenbar Kamala Harris darstellt - und sieht eine Halle, die mit kommunistischen Flaggen geschmückt und mit einheitlich uniformierten Männern gefüllt ist.
X-Post von Donald Trump
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Das Bild passt in Trumps Wahlkampf-Narrativ, den Demokraten und Harris kommunistische Absichten zu unterstellen. Bei einer Pressekonferenz bezeichnete der Republikaner Harris vergangene Woche als "radikale Linke" mit einer "sehr stark kommunistischen Neigung".
Sie sind täuschend echt und hoch manipulativ: Deepfakes. Dank künstlicher Intelligenz und digitaler Bilder lassen sich Fälschungen auf höchsten Niveau erschaffen. 14.06.2022 | 2:21 min
Deepfakes eine Gefahr für die Demokratie
Im US-Wahlkampf gab es zuletzt immer wieder Fälle, in denen mit KI-Deepfakes versucht wurde, die politische Stimmung zu beeinflussen. Bereits im Juli hat das ZDF mit Evan Harris über diese Entwicklung gesprochen. Der Experte für KI und Desinformation der University Berkeley sprach damals von einer Gefahr für die Demokratie.
Demokratie kann nicht funktionieren ohne eine grundlegende Idee von Wahrheit und Fakten.
„
Evan Harris, Experte für Responsible Artificial Intelligence, Berkeley University
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