Nach Lieferpause: Biden sichert Kiew weitere Unterstützung zu
Entschuldigung für Lieferpause:Biden sichert Kiew weitere Unterstützung zu
|
Joe Biden hat der Ukraine neue Militärhilfen zugesagt. Für den monatelangen Lieferstopp entschuldigte sich der US-Präsident bei seinem Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj.
Der ukrainische Präsident warb bei seinem Besuch in Frankreich für weitere Unterstützung für sein Land.07.06.2024 | 1:47 min
US-Präsident Joe Biden hat bei einem Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj in Paris ein neues Militärpaket für die Ukraine im Umfang von 225 Millionen Dollar (rund 208 Millionen Euro) angekündigt.
Biden versicherte Selenskyj, die Vereinigten Staaten würden die Ukraine "nicht im Stich lassen". Das neue Militärpaket beinhaltet nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums unter anderem Raketen für Hawk-Flugabwehrsysteme, Munition für die Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars sowie Stinger-Flugabwehrraketen und Artilleriemunition mit den Kalibern 155 und 105 Millimeter.
Die USA sind derzeit vor allem bemüht, die Luftabwehr der Ukraine zu stärken und das Land nach der Lieferpause schnell mit neuer Munition zu versorgen. Die Mittel aus diesem Paket, wie auch aus vielen anderen, kommen aus den eigenen Beständen des US-Militärs, um die Lieferung zu beschleunigen.
Biden entschuldigt sich für monatelangen Waffen-Lieferstopp
Biden entschuldigte sich bei Selenskyj für den monatelangen Stopp von Waffenlieferungen aus den USA. Er bitte um Verzeihung für die lange Ungewissheit über weitere Hilfen, sagte der US-Präsident.
Mit Blick auf die lange innenpolitische Blockade der US-Finanzhilfen für Kiew sagte Biden, einige "sehr konservative" Abgeordnete hätten diese im Parlament aufgehalten. Aber inzwischen sei das Problem gelöst. Die Ukraine sei ein "Bollwerk" gegen die Aggression Russlands, und die USA hätten eine Verpflichtung, Kiew zu unterstützen. "Ich versichere Ihnen, die Vereinigten Staaten werden an Ihrer Seite stehen", betonte er.
Wir sind voll und ganz dabei.
„
Joe Biden, US-Präsident
Erstmalig seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stimmen die USA und Deutschland einem Einsatz westlicher Waffen auf russischem Territorium im Grenzgebiet zu. 01.06.2024 | 2:49 min
Selenskyj warnt vor Ausbreitung des Krieges
Das Treffen der beiden fand einen Tag nach den Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag des D-Days in Paris statt. Selenskyj warb dort für die weitere Unterstützung seines Landes und warnte vor einer Ausweitung des russischen Angriffskriegs.
"In den 30er Jahren hat Hitler eine Grenze nach der anderen überschritten. Putin macht es ganz genau so", sagte er vor den Abgeordneten der französischen Nationalversammlung am Freitag.
Wir sehen bereits, wie die Aggression sich ausbreitet auf die baltischen Staaten, Polen und den Balkan.
„
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Die russische Führung werde "einen Weg finden, um Europa zu destabilisieren", fügte er hinzu.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird im Rahmen eines offiziellen Besuchs in Frankreich von Präsident Emmanuel Macron im Élyséepalast empfangen. Am Abend wurde bekannt, dass Macron der Ukraine Mirage-Kampfjets zugesagt hat.07.06.2024 | 2:30 min
Selenskyj über Putin: "Er erpresst die ganze Welt"
Der russische Präsident Wladimir Putin nutze das "Arsenal des vergangenen Jahrhunderts", Seeblockaden und die massive Entführung von Kindern, um sie umzuerziehen. "Er erpresst die ganze Welt, damit alle Angst vor ihm haben", sagte der ukrainische Präsident. Selenskyj bekräftigte seinen Appell, die Hilfe für sein Land fortzusetzen.
Alles, was wir brauchen, ist: nicht alleine zu sein.
„
Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Nötig sei eine "effiziente, ausreichende und lange anhaltende Unterstützung". Er erklärte: "Ihre Kampfflugzeuge, die von ukrainischen Piloten geflogen werden, werden beweisen, dass Europa stärker ist als das Böse, das es bedroht." Die Ukraine habe eine "Schlüsselfunktion für die Sicherheit Europas".
Die russische Führung warf Macron angesichts seiner Äußerungen zum Ukraine-Krieg in den vergangenen Wochen unterdessen erneut eine Eskalation des Konflikts vor.
Selenskyj äußerte sich indes vor den französischen Abgeordneten hoffnungsvoll mit Blick auf die geplante Friedenskonferenz in der Schweiz, an der Macron und auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) teilnehmen wollen. Sie könne ein "gerechtes Ende des Krieges näherbringen", betonte Selenskyj.
In Reaktion auf die Debatte europäischer Waffen für die Ukraine droht Putin mit "ernsthaften Konsequenzen für Europa ", so ZDF-Korrespondent Armin Coerper.31.05.2024 | 2:23 min
Deutsch-französischer Panzerhersteller baut Werk in Ukraine
Anschließend besuchte der ukrainische Präsident das französische Verteidigungsministerium. Dort unterzeichnete der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS eine Vereinbarung für den geplanten Aufbau eines Werks in der Ukraine. Details zur Höhe der Investition und zur Art der Produktion wurden zunächst nicht bekannt.
Zudem sollen in der Ukraine unter Lizenz künftig 155mm-Geschosse hergestellt werden, teilte das französische Verteidigungsministerium mit. Geplant seien auch ein Zentrum für die Wartung und Reparatur französischer Haubitzen vom Typ Caesar sowie eine Einheit mit 3-D-Druckern zur Produktion von Ersatzteilen.
Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:
Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
Um dir eine optimale Website der ZDFmediathek, ZDFheute und ZDFtivi präsentieren zu können, setzen wir Cookies und vergleichbare Techniken ein. Einige der eingesetzten Techniken sind unbedingt erforderlich für unser Angebot. Mit deiner Zustimmung dürfen wir und unsere Dienstleister darüber hinaus Informationen auf deinem Gerät speichern und/oder abrufen. Dabei geben wir deine Daten ohne deine Einwilligung nicht an Dritte weiter, die nicht unsere direkten Dienstleister sind. Wir verwenden deine Daten auch nicht zu kommerziellen Zwecken.
Zustimmungspflichtige Datenverarbeitung • Personalisierung: Die Speicherung von bestimmten Interaktionen ermöglicht uns, dein Erlebnis im Angebot des ZDF an dich anzupassen und Personalisierungsfunktionen anzubieten. Dabei personalisieren wir ausschließlich auf Basis deiner Nutzung der ZDFmediathek, der ZDFheute und ZDFtivi. Daten von Dritten werden von uns nicht verwendet. • Social Media und externe Drittsysteme: Wir nutzen Social-Media-Tools und Dienste von anderen Anbietern. Unter anderem um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen.
Du kannst entscheiden, für welche Zwecke wir deine Daten speichern und verarbeiten dürfen. Dies betrifft nur dein aktuell genutztes Gerät. Mit "Zustimmen" erklärst du deine Zustimmung zu unserer Datenverarbeitung, für die wir deine Einwilligung benötigen. Oder du legst unter "Einstellungen/Ablehnen" fest, welchen Zwecken du deine Zustimmung gibst und welchen nicht. Deine Datenschutzeinstellungen kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in deinen Einstellungen widerrufen oder ändern.