AfD-Bundesparteitag: Weidel zur Kanzlerkandidatin gewählt
Bundesparteitag der AfD:Weidel zur Kanzlerkandidatin gewählt
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Wie erwartet ist Alice Weidel beim AfD-Parteitag in Riesa zur Kanzlerkandidatin gewählt worden. Als Ziel stellte sie einen radikalen Kurswechsel der deutschen Politik in Aussicht.
Alice Weidel verschärft beim AfD-Parteitag ihren Ton und wird zur Kanzlerkandidatin gewählt. Draußen versammeln sich rund 10.000 Menschen, um gegen die Partei zu protestieren.11.01.2025 | 2:30 min
Der AfD-Bundesparteitag hat die Partei- und Fraktionsvorsitzende Alice Weidel einstimmig zur Kanzlerkandidatin gewählt. Mit der 45-Jährigen kürte die Partei am Samstag erstmals in ihrer Geschichte eine eigene Kanzlerkandidatin. Ziel sei die Übernahme der Regierungsverantwortung nach der Bundestagswahl, sagte der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla. "Sie ist die zukünftige Kanzlerin."
Am zweiten Tag des AfD-Parteitags steht die Beschließung des Wahlprogramms an. Darin fordert die Partei die Abkehr von Klimaschutzzielen und eine harte Migrationspolitik.12.01.2025 | 0:25 min
Radikaler Kurswechsel in Aussicht gestellt
Gleich nach ihrer Kür stellte Weidel einen radikalen Kurswechsel in der deutschen Politik in Aussicht - von Grenzschließungen bis hin zur Rückabwicklung der deutschen Klimapolitik. Weidel nannte in ihrer Rede Maßnahmen, die sie mit ihrer Partei in den ersten 100 Tagen umsetzen will, wenn sie an die Macht kommen sollte. Sie kündigte für diesen Fall an, die deutschen Grenzen "dicht" zu machen und "Rückführungen in großem Stil" zu organisieren.
Auf dem Parteitag der AfD wurde Alice Weidel offiziell als Kanzlerkandidatin bestätigt. Die Veranstaltung wurde von massiven Protesten begleitet. Nicole Diekmann berichtet.11.01.2025 | 1:01 min
Dabei machte sich die Kanzlerkandidatin ausdrücklich auch den Begriff "Remigration" zu eigen: "Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration", sagte sie unter dem Jubel der Delegierten.
Weidel kündigte sechs Wochen vor der Bundestagswahl an, dass eine AfD-Regierung "die Grenzen lückenlos schließen und jeden illegal und ohne Papiere Einreisenden zurückweisen" werde. Es werde eine "ganz klare Ansage an alle Welt" geben:
Die deutschen Grenzen sind dicht.
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Alice Weidel, AfD-Kanzlerkandidatin
Deutschland werde auch aus dem gemeinsamen EU-Asylsystem aussteigen, sagte Weidel und fügte hinzu: "Darauf können Sie sich verlassen."
Einigen in der Mutterpartei ist die "Junge Alternative" zu radikal. Was das für die Zukunft der AfD-Jugendorganisation bedeutet, zeigt Nicole Diekmann bei Inside PolitiX.11.01.2025 | 11:01 min
AfD will Windräder "niederreißen"
Auch in anderen Politikbereichen strebt die AfD laut Weidel eine drastische Kursumkehr an. Eine Regierung unter ihrer Beteiligung würde "alle Windräder niederreißen" sagte sie. "Nieder mit diesen Windmühlen der Schande", fügte Weidel hinzu. Eine AfD-Regierung würde funktionsfähige Kernkraftwerke "natürlich wieder ans Netz nehmen". Sie stellte zudem Einschnitte in die Wissenschaftsfreiheit in Aussicht.
Soll ich sagen, was wir tun, wenn wir am Ruder sind? Wir schließen alle Gender Studies und schmeißen alle diese Professoren raus.
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Alice Weidel, AfD-Kanzlerkandidatin
In der Finanzpolitik stellte Weidel Steuersenkungen in vielen Bereichen in Aussicht.
Weidel Ausnahmeerscheinung in der AfD
Die Partei- und Fraktionschefin ist seit Jahren eines der bekanntesten Gesichter der AfD. Weidels zentrales Thema ist dabei der angebliche Zerfall der inneren Sicherheit als Folge der Zuwanderung.
Weidel werde im Gespräch mit Musk über "die Zukunft von Deutschland" sprechen, so Beatrix von Storch, stellv. Bundessprecherin der AfD.09.01.2025 | 7:25 min
Als offen homosexuelle Politikerin, die mit ihrer Lebenspartnerin in der Schweiz zwei Söhne großzieht, ist sie in ihrer Partei eine Ausnahmeerscheinung. Zudem ist sie eine der wenigen prominenten Frauen in der von Männern dominierten AfD.
Bei früheren Bundestagswahlen hatte die AfD auf die Aufstellung eines eigenen Kanzlerkandidaten verzichtet. Weidel war aber bereits 2017 und 2021 Teil eines Spitzenkandidaten-Duos für Bundestagswahlen.
Mit der formellen Kür einer Kanzlerkandidatin zieht die AfD nun die Konsequenz aus ihrem Erstarken in den Umfragen - in den Erhebungen rangiert die AfD derzeit auf Platz zwei hinter der Union.
So haben sich die Umfragen entwickelt
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Die Partei will damit nach eigenen Angaben auch einen Regierungsanspruch formulieren. Ko-Parteichef Chrupalla hatte im September seinen Verzicht auf eine Kanzlerkandidatur erklärt. Am Samstag bekräftigte er seine Unterstützung für Weidels Kandidatur. "Ich halte ihr den Rücken frei", sagte er.
Aussicht auf eine Regierungsbeteiligung hat die AfD aber nicht, da keine andere Partei mit ihr koalieren will.
Für Alice Weidel waren Hitler und der NS-Staat "links". Experten werfen der AfD-Politikerin Geschichtsfälschung und Desinformation vor. Was bezweckt Weidel mit ihren Aussagen?
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