US-General Milley: Rascher Sieg der Ukraine unwahrscheinlich

    Ukraine-Krieg:US-General: Baldiger Sieg unwahrscheinlich

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    Der ranghöchste US-General zweifelt an einem militärischen Sieg der Ukraine über Russland in naher Zukunft. Trotzdem versprechen die USA dem Land ihre ungebrochene Unterstützung.

    General Mark Milley, Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, spricht während eines Briefings im Pentagon.
    US-Generalstabschef Mark Milley, Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, spricht während eines Briefings im Pentagon über die Situation in Polen.
    Quelle: dpa

    Die vergangenen Tage auf den Straßen im ukrainischen Cherson waren geprägt von Jubel. Die Bewohner der Region feierten den Abzug der russischen Truppen nach monatelanger Besetzung. Trotz dieses jüngsten Erfolgs der ukrainischen Streitkräfte zweifelt US-Generalstabschef Mark Milley an einem Sieg der Ukraine im Krieg mit Russland.
    "Die Wahrscheinlichkeit eines ukrainischen militärischen Sieges - definiert als der Rauswurf der Russen aus der gesamten Ukraine, einschließlich der von ihnen beanspruchten Krim - ist militärisch gesehen in naher Zukunft nicht sehr hoch", sagte der ranghöchste Soldat des US-Militärs am Mittwoch während einer Pressekonferenz im Pentagon. (Im englischen Original: "The probability of a Ukrainian military victory - defined as kicking the Russians out of all of Ukraine to include what they claim as Crimea - the probability of that happening anytime soon is not high, militarily.")

    Milley: Politische Lösung des Ukraine-Kriegs wahrscheinlicher

    Wahrscheinlicher sei nach Ansicht von Milley eine politische Lösung. Russland liege "im Moment auf dem Rücken", sagte der General. Die Ukraine müsse aus einer Position der Stärke heraus mit Russland Gespräche führen können.
    Angesichts des noch nicht vollständig aufgeklärten Raketeneinschlags in Polen, bei dem zwei Menschen starben, sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin auf der Pressekonferenz: "Die Ukraine hat ein felsenfestes Recht, sich zu verteidigen." Bei der Frage nach der Herkunft der Rakete hielt sich der Pentagon-Chef bedeckt und hob hervor, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien: "Wir sammeln noch Informationen."

    US-Verteidigungsminister: Kein Grund, Polen zu widersprechen

    Zudem betonte Austin, es gebe aktuell keinen Grund, der vorläufigen Einschätzung des polnischen Präsidenten Duda zu widersprechen. Die polnische Regierung und die Nato gehen momentan davon aus, dass die Explosion höchstwahrscheinlich die Folge einer ukrainischen Flugabwehrrakete war.
    Unabhängig davon erklärten US-General Milley und Verteidigungsminister Austin, die USA würden der Ukraine bei der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg weiterhin helfen - "so lange wie nötig." General Milley sagte: "Die Ukraine wird weiter bestehen. Die Ukraine wird nicht nachgeben". Weiter sagte er, dass die Ukraine frei sei, "und sie [die Menschen in der Ukraine] wollen frei bleiben."
    Nach erneuten Angriffen auf ukrainische Städte ist die Energieversorgung kritisch. Die Infrastruktur ist seit Monaten Ziel der russischen Raketen und Drohnen. Die Bewohner leiden.16.11.2022 | 1:40 min

    Milley: Angriffe auf Energieinfrastruktur sind "Terrorkampagne"

    Indes warf Milley Russland vor, der Ukraine mit seinen Angriffen auf Städte und Kraftwerke "eine Terrorkampagne aufzuerlegen". Das absichtliche Angreifen des zivilen Stromnetzes verursache "übermäßige Kollateralschäden und unnötiges Leid" für die Zivilbevölkerung und sei als Kriegsverbrechen zu werten, so Milley.
    Anm. der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels lauteten Überschrift und Text aufgrund einer fehlerhaften Übersetzung: "US-General: Sieg der Ukraine unwahrscheinlich". Es fehlte die Zeitangabe des Generals: Anytime soon. Das haben wir in Überschrift und Text korrigiert.
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    Quelle: Reuters, AFP

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