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Blütenpracht mit Rhododendron & Co.

Rhododendren zählen zu den schönsten Blütengehölzen, sind aber auch sehr anspruchsvoll. Gartenexpertin Anja Koenzen zeigt, was man beachten sollte und gibt Tipps, welche Blütenpracht man sich sonst noch in den heimischen Garten holen könnte.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.05.2021

Die meisten der für den Garten interessanten Arten stammen aus Ostasien und wachsen dort meist in Laub- oder Mischwäldern auf sauren, gleichmäßig feuchten Rohhumusböden. Als größte und wichtigste Gruppe für den Garten gelten die oft mehrere Meter hohen, immergrünen, großblumigen Hybriden sowie die etwas gedrungener wachsenden Yakushimanum-Hybriden.

Die beliebtesten Azaleen sind die meist um zwei Meter hohen, sommergrünen Knap-Hill-Hybriden und die wintergrünen Japanischen Azaleen (Rhododendron obtusum). Dazu kommen als dritte große Gruppe die nicht winterharten Zimmer-Azaleen (Rhododendron Simsii-Hybriden). Darüber hinaus gibt es noch weitere Rhododendron-Zuchtformen, zum Beispiel die Williamsianum-Hybriden und die meist rot blühenden kompakten Repens-Hybriden.

Was ist bei der Verwendung im Garten zu beachten?

 Yakushimanum-Rhododendron
Yakushimanum-Rhododendron
Quelle: imago/McPhoto

Die empfindlichen Sträucher vertragen keine starke Wurzelkonkurrenz und sollten deshalb nur mit verträglichen Stauden wie Funkien (Hosta) oder Bodendeckern wie der Schaumblüte (Tiarella) kombiniert werden. Gut geeignete Gehölzpartner sind Blumen-Hartriegel, Zaubernuss oder auch der Schneeball. Lichter Schatten ist perfekt, wobei die Yakushimanum-Hybriden und einige Wildarten auch sonnenverträglich sind, wenn der Boden ausreichend feucht ist. Stärker wachsende Sorten der großblumigen Hybriden wie zum Beispiel „Catawbiense Grandiflorum“ oder „Cunningham’s White“ werden in Norddeutschland auch gerne als breite, halbrund geschnittene Hecken gepflanzt.

Rhododendren wachsen überwiegend langsam und tragen meist wechselständige Blätter, die radial um die Zweige herum angeordnet sind. Das Laub ist überwiegend immergrün, seltener sommergrün und je nach Art sehr unterschiedlich. Im Austrieb ist das Laub bei einigen Arten mit einem weißen, gelben oder rostroten Filz bedeckt. Er schützt vor Sonnenbrand und verschwindet im Laufe des Sommers. Die sommergrünen Azaleen zeigen im Herbst zum Teil eine gelborange Laubfärbung. Die Pflanzen können sehr alt werden und am passenden Standort je nach Sorte zu stattlichen Exemplaren heranwachsen.

Was ist bei der Pflanzung zu beachten?

Was den Boden betrifft, sind Rhododendren recht anspruchsvoll. Wichtig ist kalkfreie, sehr lockere und humusreiche Erde, die möglichst gleichmäßig feucht sein sollte. Die meisten Arten wachsen im kühl-feuchten, lichten Schatten unter nicht zu dominanten Bäumen am besten. Als bester Schattenspender für die immergrünen Schmuckstücke gilt die heimische Wald-Kiefer (Pinus sylvestris).

Da in den meisten Regionen Deutschlands der Boden für die Sträucher nicht ideal ist, ist eine gute Bodenvorbereitung nötig. Sandige Böden müssen mit reichlich Laubkompost und Rindenhumus verbessert werden. Bewährt hat sich außerdem das Einarbeiten von verrottetem Kuh- oder Pferdemist. Die Sträucher dürfen auf keinen Fall zu tief gesetzt und der Boden sollte mit einer Mulchschicht aus Laub oder kompostierter Rinde abgedeckt werden. Bei lehmigen Böden, die zur Verdichtung neigen, ist eine Drainageschicht aus kalkfreiem Kies sinnvoll. Hier pflanzt man am besten Arten, die auf der lehm- und kalktoleranteren Inkarho-Unterlage veredelt wurden.

Pflege-Tipps

Schädlinge und Krankheiten

Am geeigneten Standort ist ein Rhododendron im Grunde pflegeleicht und robust. Allerdings gibt es mehrere Schädlinge, die ihn zwar nicht lebensgefährlich bedrohen, aber seine Optik leiden lassen. Sind die Blattränder buchtenartig angefressen, geht das meist auf das Konto des Dickmaulrüsslers. Grau marmorierte Blattoberflächen sind meist ein Zeichen für einen Befall mit der Rhododendron-Netzwanze.

Am häufigsten allerdings tritt beim Rhododendronbusch die sogenannte Knospenbräune auf: Die Knospen öffnen sich nicht, sondern bleiben im mumifizierten Zustand am Strauch. Dahinter steckt eine Pilzkrankheit, die über die Rhododendronzikade übertragen wird. Bleiben die Blüten also geschlossen am Baum, wächst in ihnen der Pilz Pycnostysanus azaleae weiter, bis schließlich aus den Blüten Fruchtkörper ausbrechen, die den eingetrocknet wirkenden Blüten ein stacheliges Aussehen verleihen. Ist ein Rhododendron von diesem Pilz befallen, sollten nicht nur so schnell wie möglich die infizierten Knospen entfernt werden, sondern auch alle abgeblühten Blüten. Wer seinem Rhododendron etwas Gutes tun möchte, der trägt auch eine Schicht Rindenmulch unter dem Strauch auf.

Ölweiden - Pflanze im Zeichen des Klimawandels

Ölweide
Reichblütige Ölweide
Quelle: Imago/Shotshop

Rhododendren sind recht anspruchsvolle Blütensträucher, die viel Wasser benötigen – lange Trockenheitsphasen sind da von Nachteil. Ölweiden sind hingegen sehr trockenheitsresistent und pflegeleicht.

Ölweiden vertragen heißes, innerstädtisches Klima, Luftverschmutzung und sind bis auf wenige Ausnahmen äußerst trockenheitsresistent. Sie kommen aber auch mit zeitweiligen Überschwemmungen klar. Wohl fühlen sie sich auf eher leichten, nährstoffarmen und durchlässigen Böden. Die Pflege der Ölweide ist nicht aufwendig und beschränkt sich auf einen gelegentlichen Rückschnitt beziehungsweise den Heckenschnitt – idealerweise im Juni. Immergrüne Arten sollten Sie im Frühjahr pflanzen, damit sie bis zum ersten Frost gut eingewurzelt sind. Ansonsten braucht das anspruchslose Gehölz keine spezielle Pflege. Weltweit gibt es 45 Ölweidenarten.

Urlaubsfeeling mit der mexikanischen Orangenblume

Mexikanische Orangenblume
Mexikanische Orangenblume (Choisya ternata)
Quelle: Imago/Leemage

Urlaubsfeeling und Orangenduft holt man sich mit der Orangenblume auf den Balkon oder in den Garten. Die Orangenblume stammt ursprünglich aus Mexiko und umgebenden Regionen. Sie ist zwar nur mäßig frosthart, in milderen Zonen Deutschlands übersteht sie aber ausgepflanzt in den Gärten unbeschadet einige Winter. Viele Orangenblumen beginnen schon früh im Jahr mit der Blüte und blühen ein zweites Mal im Herbst.

Sie mögen einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Wichtig: Sie reagieren empfindlich auf Kalk. Daher am besten mit Regenwasser oder entkalktem Leitungswasser gießen und beim Eintopfen auf eine gute Drainage achten, da sie keine Staunässe mögen. Ist die Orangenblume im Garten ausgepflanzt, kann sie sich in der Regel ausreichend mit Nährstoffen versorgen, wodurch ein Düngen nicht notwendig ist.

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Die Rose ist eher pflegeintensiv. Anja Koenzen mit Tricks und Tipps.

Videolänge:
8 min
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