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Blütenpracht mit Rhododendron

Verbraucher | Volle Kanne - Blütenpracht mit Rhododendron

Rhododendren zählen zu den schönsten Blütengehölzen, sind aber auch sehr anspruchsvoll. Gartenexpertin Anja Koenzen zeigt, was man beachten sollte, wenn man sich die Blütenpracht in den heimischen Garten holen möchte.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.05.2019, 09:05

Der botanische Name Rhododendron stammt aus dem Griechischen und bedeutet Rosenbaum. Die Gattung gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) und besteht aus über 1000 Arten, vom subarktischen 15 Zentimeter hohen Zwergstrauch bis zum 20 Meter hohen Baum. Im deutschen Alpenraum sind mit der Rostblättrigen Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) und der Bewimperten Alpenrose (Rhododendron hirsutum) zwei Arten heimisch. Auch in anderen süd- und osteuropäischen Gebirgen kommen sie in lichten Nadelwäldern und Gebüschen auf humusreichen Böden vor. Die früher eigenständige Gattung der Azaleen zählt wegen der großen Ähnlichkeiten heute ebenfalls zu den Rhododendren.

Welche Arten eignen sich für den Garten?

Die meisten der für den Garten interessanten Arten stammen aus Ostasien und wachsen dort meist in Laub- oder Mischwäldern auf sauren, gleichmäßig feuchten Rohhumusböden. Als größte und wichtigste Gruppe für den Garten gelten die oft mehrere Meter hohen, immergrünen, großblumigen Hybriden sowie die etwas gedrungener wachsenden Yakushimanum-Hybriden.

Die beliebtesten Azaleen sind die meist um zwei Meter hohen, sommergrünen Knap-Hill-Hybriden und die wintergrünen Japanischen Azaleen (Rhododendron obtusum). Dazu kommen als dritte große Gruppe die nicht winterharten Zimmer-Azaleen (Rhododendron Simsii-Hybriden). Darüber hinaus gibt es noch weitere Rhododendron-Zuchtformen, zum Beispiel die Williamsianum-Hybriden und die meist rot blühenden kompakten Repens-Hybriden.

Was ist bei der Verwendung im Garten zu beachten?

 Yakushimanum-Rhododendron
Yakushimanum-Rhododendron Quelle: imago/McPhoto

Die empfindlichen Sträucher vertragen keine starke Wurzelkonkurrenz und sollten deshalb nur mit verträglichen Stauden wie Funkien (Hosta) oder Bodendeckern wie der Schaumblüte (Tiarella) kombiniert werden. Gut geeignete Gehölzpartner sind Blumen-Hartriegel, Zaubernuss oder auch der Schneeball. Lichter Schatten ist perfekt, wobei die Yakushimanum-Hybriden und einige Wildarten auch sonnenverträglich sind, wenn der Boden ausreichend feucht ist. Stärker wachsende Sorten der großblumigen Hybriden wie zum Beispiel „Catawbiense Grandiflorum“ oder „Cunningham’s White“ werden in Norddeutschland auch gerne als breite, halbrund geschnittene Hecken gepflanzt.

Rhododendren wachsen überwiegend langsam und tragen meist wechselständige Blätter, die radial um die Zweige herum angeordnet sind. Das Laub ist überwiegend immergrün, seltener sommergrün und je nach Art sehr unterschiedlich. Im Austrieb ist das Laub bei einigen Arten mit einem weißen, gelben oder rostroten Filz bedeckt. Er schützt vor Sonnenbrand und verschwindet im Laufe des Sommers. Die sommergrünen Azaleen zeigen im Herbst zum Teil eine gelborange Laubfärbung. Die Pflanzen können sehr alt werden und am passenden Standort je nach Sorte zu stattlichen Exemplaren heranwachsen.

Was ist bei der Pflanzung zu beachten?

Was den Boden betrifft, sind Rhododendren recht anspruchsvoll. Wichtig ist kalkfreie, sehr lockere und humusreiche Erde, die möglichst gleichmäßig feucht sein sollte. Die meisten Arten wachsen im kühl-feuchten, lichten Schatten unter nicht zu dominanten Bäumen am besten. Als bester Schattenspender für die immergrünen Schmuckstücke gilt die heimische Wald-Kiefer (Pinus sylvestris).

Da in den meisten Regionen Deutschlands der Boden für die Sträucher nicht ideal ist, ist eine gute Bodenvorbereitung nötig. Sandige Böden müssen mit reichlich Laubkompost und Rindenhumus verbessert werden. Bewährt hat sich außerdem das Einarbeiten von verrottetem Kuh- oder Pferdemist. Die Sträucher dürfen auf keinen Fall zu tief gesetzt und der Boden sollte mit einer Mulchschicht aus Laub oder kompostierter Rinde abgedeckt werden. Bei lehmigen Böden, die zur Verdichtung neigen, ist eine Drainageschicht aus kalkfreiem Kies sinnvoll. Hier pflanzt man am besten Arten, die auf der lehm- und kalktoleranteren Inkarho-Unterlage veredelt wurden.

Pflegetipps

Schädlinge und Krankheiten

Am geeigneten Standort ist ein Rhododendron im Grunde pflegeleicht und robust. Allerdings gibt es mehrere Schädlinge, die ihn zwar nicht lebensgefährlich bedrohen, aber seine Optik leiden lassen. Sind die Blattränder buchtenartig angefressen, geht das meist auf das Konto des Dickmaulrüsslers. Grau marmorierte Blattoberflächen sind meist ein Zeichen für einen Befall mit der Rhododendron-Netzwanze.

Am häufigsten allerdings tritt beim Rhododendronbusch die sogenannte Knospenbräune auf: Die Knospen öffnen sich nicht, sondern bleiben im mumifizierten Zustand am Strauch. Dahinter steckt eine Pilzkrankheit, die über die Rhododendronzikade übertragen wird. Bleiben die Blüten also geschlossen am Baum, wächst in ihnen der Pilz Pycnostysanus azaleae weiter, bis schließlich aus den Blüten Fruchtkörper ausbrechen, die den eingetrocknet wirkenden Blüten ein stacheliges Aussehen verleihen. Ist ein Rhododendron von diesem Pilz befallen, sollten nicht nur so schnell wie möglich die infizierten Knospen entfernt werden, sondern auch alle abgeblühten Blüten. Wer seinem Rhododendron etwas Gutes tun möchte, der trägt auch eine Schicht Rindenmulch unter dem Strauch auf.

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