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Hilfe aus dem Westen für Ukraine : Mölling: Viele verpasste Chancen im Herbst

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Die Ukraine steht vor einem kalten Winter, Russland greift die Infrastruktur an. Für Militärexperte Mölling ist klar: Der Westen hat Chancen zur Hilfe vertan und muss handeln.

"Je kälter es wird, desto schwieriger und dramatischer wird die Lage", so Christian Mölling, Forschungsdirektor Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik.

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In der ukrainischen Hafenstadt Odessa ist die Lage nach den gezielten russischen Angriffen auf das Stromnetz wie in anderen Regionen auch düster: Zwar gibt es Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge wieder teilweise Strom, aber die Reparaturen könnten Monate dauern. Militär- und Sicherheitsexperte Christian Mölling sprach im ZDF Morgenmagazin in dem Zusammenhang von einem "Wettlauf gegen die Zeit".

Mehr Angreifer als Verteidiger maßgeblich für Erfolg

Russland müsse, um mit den Infrastrukturangriffen erfolgreich zu sein, große Wellen fliegen, betonte der Forschungsdirektor der Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). "Denn man muss es schaffen, die ukrainische Luftabwehr quasi zu überwältigen." Zudem beginne die Ukraine nach jeder erfolgreichen Welle mit dem Wiederaufbau der Infrastruktur.

Insofern hänge der Erfolg der Angriffe auch davon ab, wie viel Material und Menschen vorhanden sind, um die Schäden schnell zu reparieren.

Das ist im Grunde genommen die Frage von Erfolg und Misserfolg, die darin begründet liegt.
Christian Mölling, Forschungsdirektor der Gesellschaft für Auswärtige Politik

Zuletzt führte Moskau den Krieg in der Ukraine immer stärker gegen die Infrastruktur. In der Hafenstadt Odessa gibt es nun teilweise wieder Strom.

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Was würde ein Blackout für die Ukraine bedeuten?

Wie lange die Ukraine im Falle eines Blackouts durchhalten könne, sei schwer zu beantworten, betonte Mölling. Die Frage sei dann, wie weit man sich mit lokalen Energiequellen behelfen könne. Klar sei aber, dass die Lage mit sinkenden Temperaturen dramatischer werde. "Umso weniger Tage sind im Grunde genommen Zeit, um solch eine Lage auszuhalten."

Gleichzeitig sei zu beobachten, dass die Ukraine mit westlicher Unterstützung dazu in der Lage ist, in relativ kurzer Zeit Infrastruktur-Lecks wieder abzudichten und sie wiederherzustellen.

Mölling: Herbst der verpassten Chancen

Mölling betonte im ZDF deshalb die Bedeutung der westlichen Unterstützung.

Wir gucken zurück auf einen Herbst der verpassten Chancen für Deutschland und für Europa, die Ukraine militärisch stärker zu unterstützen. Denn wir sehen ja auf der anderen Seite, dass die Ukraine sehr wohl militärisch erfolgreich sein kann. Und dass sie militärisch nicht besiegbar ist. Dieser Krieg wird noch lange dauern.
Christian Mölling, Forschungsdirektor der Gesellschaft für Auswärtige Politik

Deshalb mache es Sinn, endlich den "Blick nach vorne" zu richten auf die kommenden Monate und sich die Frage zu stellen, was die Ukraine dafür braucht, den Krieg 2023 erfolgreich führen zu können und zu einem schnellen Ende des Konfliktes zu kommen. Dazu gehörten zum Beispiel Panzer aus dem Westen.

Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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Kampfpanzer bleiben Thema

Auch die Ukraine hofft auf Marder- oder Leopard-Panzer. Der "Welt am Sonntag" sagte der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev, er habe Zusagen der Bundesregierung für "mehr Waffen und weitere Munition" bekommen. Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte mehrfach betont, dass man westliche Kampfpanzer nur gemeinsam mit den Nato-Verbündeten und nicht im Alleingang liefern werde.

"Dieses flüchtende Argument, das wir in den letzten Wochen und Monaten gehört haben, man hätte ja jetzt genug russisches Material erbeutet, das stimmt für den Moment." Doch man habe es mit einer "Flussgröße" zu tun - bedeutet, dass die russischen Panzer immer wieder zerstört werden und es von der Seite her keinen Nachschub mehr gibt.

Es ist völlig absehbar, dass die Frage von Kampfpanzern, von Schützenpanzern auf Deutschland, auf die Europäer zurückkommt - das mag sehr unangenehm sein, aber es ist letztendlich nur eine Frage von Wochen und Monaten, bis diese Frage sehr heiß wieder diskutiert werden wird.
Christian Mölling, Forschungsdirektor der Gesellschaft für Auswärtige Politik
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In der Region Odessa ist der Strom weg, viele Heizungen sind kaputt. Militärexperte Carlo Masala sagt: "Das ist Russlands Ziel: dass Menschen erfrieren."

Mölling fordert "systematische Vorbereitung"

Dann werde die Ukraine an der Front kein Material mehr haben, dafür aber mit neuem Material neue Chancen, Gewinne zu erzielen. Deshalb müsse man sich jetzt systematisch vorbereiten. "Das heißt, man muss Personal ausbilden, man muss gucken, wie viel Munition ist für Kampf- und Schützenpanzer vorhanden und wie kann ein permanenter Fluss von Material, aber auch von Einsatzversorgung, Instandsetzung, in den nächsten Monaten gewährleistet werden."

Substanziellen Verhandlungen mit Russland erteilte der Sicherheitsexperte eine Absage, weil es keine Grundlage gebe. "Es ist sicherlich richtig, immer im Gespräch zu bleiben mit Moskau. Das ist man auch, das ist auch der Bundeskanzler. Das ist aber weit entfernt von der Frage von Verhandlungen." Moskau habe zudem noch einmal klar gemacht, dass die alten Kriegsziele weiter verfolgt werden.

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Ein Kampfpanzer Leopard-2 der Bundeswehr bei einer Übung.
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27.01.2023
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