Stoltenberg: Selenskyj nimmt an Nato-Gipfel im Juli teil

    Nato-Treffen im Juli:Stoltenberg: Selenskyj nimmt an Gipfel teil

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    Selenskyj wird am Nato-Gipfel in Litauen teilnehmen - das teilte Generalsekretär Stoltenberg mit. Der ukrainische Präsident pocht auf den Beitritt seines Landes in das Bündnis.

    Jens Stoltenberg
    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zufolge wird der ukrainische Präsident Selenskyj am Gipfel in Litauen teilnehmen.
    Quelle: dpa

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Gipfeltreffen des Verteidigungsbündnisses in Litauen teilnehmen.
    Stoltenberg sagte am Rande eines Treffens der internationalen Kontaktgruppe zur Koordinierung von Militärhilfe für die Ukraine auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz:

    Ich habe ihn eingeladen, und ich freue mich, dass er die Einladung angenommen hat und am Nato-Gipfel in Vilnius teilnehmen wird.

    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

    NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg überraschend in Kiew
    Am heutigen Freitag kommen die Verteidigungsminister in Ramstein zusammen, um über weitere Militärhilfe abzustimmen. Zuvor war NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg überraschend in Kiew und hat anhaltende Hilfe zugesichert. 21.04.2023 | 2:29 min

    Seit Krieg kaum das Land verlassen

    Der Nato-Gipfel in der litauischen Hauptstadt wird am 11. und 12. Juli stattfinden. Unklar blieb zunächst, ob Selenskyj tatsächlich anreisen wird oder nur per Videokonferenz an Beratungen teilnimmt. Aus Sicherheitsgründen werden die Reisen des ukrainischen Präsidenten nicht angekündigt.
    Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 hat Selenskyj sein Land bislang nur sehr selten verlassen. Die erste Reise führte ihn im Dezember nach Polen und in die USA, wo er unter anderem seinen US-Kollegen Joe Biden traf. Im Februar reiste er zu politischen Gesprächen nach London, Paris und Brüssel, Anfang April dann nach Warschau.
    Claudia Major, Stiftung Wissenschaft und Politik
    Die Ukraine brauche für die Offensive "von allem mehr" und das "langfristig und verlässlich", russische Stellungen hätten massenhaft "Gräben, Mienen und Panzerabwehr", so Claudia Major, Stiftung Wissenschaft und Politik.21.04.2023 | 5:26 min

    Stoltenberg sichert Kiew Unterstützung zu

    Stoltenberg hatte am Donnerstag erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs die Ukraine besucht. In Kiew traf er dabei unter anderem Selenskyj und sicherte ihm weitere Unterstützung bei den Bemühungen der Ukraine um einen Beitritt zum Militärbündnis zu.
    Stoltenberg verwies dabei auch auf ein bereits Anfang April angekündigtes Unterstützungsprogramm für den Weg zur geplanten Nato-Mitgliedschaft der Ukraine. Die auf mehrere Jahre angelegte Initiative soll dem Land die Anpassung an Bündnisstandards erleichtern und eine nahtlose Zusammenarbeit mit der Nato ermöglichen.
    Kiew 20.04.2023, Jens Stoltenberg (l), Nato-Generalsekretär, und Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, sprechen während ihres Treffens
    Der Nato-Generalsekretär hat betont, der Platz der Ukraine sei in der Nato - aber noch gebe es Hürden.20.04.2023 | 2:32 min
    Selenskyj forderte die Nato-Staaten nach Stoltenbergs Besuch auf, bei dem Gipfel im Juli den Weg zur Aufnahme seines Landes ins westliche Militärbündnis freizumachen.
    Weder in der Ukraine noch in Europa noch in der Nato würde die Mehrheit der Bevölkerung verstehen, wenn Kiew keine "wohlverdiente Einladung" erhielte, sagte Selenskyj am Donnerstagabend in seiner täglichen Videoansprache.

    Pistorius: "Nicht der Zeitpunkt, das jetzt zu entscheiden"

    Allerdings gibt es gegen eine Aufnahme der Ukraine bei mehreren Mitgliedern der Allianz Bedenken. So geht der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius davon aus, dass eine Entscheidung erst nach Ende des russischen Angriffskriegs getroffen wird. Bei "maybrit illner" sagte er am Donnerstagabend:

    Die Tür ist einen Spalt auf, aber das ist jetzt nicht der Zeitpunkt, das jetzt zu entscheiden.

    Boris Pistorius, Verteidigungsminister

    Dazu müsse man "jetzt erstmal diesen Konflikt, diesen Angriff abwehren, und dann in der neuen Zeit muss man diesen Schritt genau abwägen".
    Boris Pistorius bei "maybrit illner"
    Boris Pistorius bei maybrit illner.20.04.2023 | 1:07 min
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    Russland greift die Ukraine an
    :Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

    Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
    Patriot-System
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    Quelle: dpa, ZDF

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