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Ausblick auf Kriegsgeschehen : Winter: Ukrainische Armee besser vorbereitet

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Wenn der Boden gefriert, sind größere Veränderungen an der Front zu erwarten. Die russische Armee ist schlecht für den Winter ausgerüstet.

Russischer Panzer auf einem Acker
Schlamm und Regen machen größere Kampfhandlungen im Herbst unmöglich.
Quelle: dpa

Die Witterungsbedingungen werden den Krieg nicht einfrieren, aber Möglichkeiten verändern. Die erste Phase des Krieges in den Jahren 2014/2015 bietet einige Anhaltspunkte. Solange der Boden nicht gefriert, sind groß angelegte, mechanisierte Operationen kaum möglich.

Zeit der "Weglosigkeit": Keine großen Schlachten möglich

Sobald der dichte Herbstregen einsetzt, in der Regel Ende Oktober - Anfang November, verwandelt sich der Boden in tiefen Schlamm und unbefestigte Straßen sind kaum noch befahrbar. Dies ist so charakteristisch für diese Region, dass diese Zeit sogar einen eigenen Namen hat: "Rasputitsa" auf Russisch und "Bezdorozhie" auf Ukrainisch. Beide bedeuten dasselbe: "Weglosigkeit" oder "wenn es keine Straßen gibt".

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Wenn diese Zeit der "Weglosigkeit" aufgrund der einsetzenden Kälte zu Ende geht, friert der Boden allmählich zu. Die Temperatur fällt weit unter den Nullpunkt und bleibt dort für mindestens zwei bis 2,5 Monate. In dieser Jahreszeit, die in der Regel den ganzen Januar und Februar andauert, ermöglicht der gefrorene Boden wieder größere, dynamischere mechanisierte Manöver.

Zu Beginn des Krieges fand die von Russland gewonnene Schlacht von Debalzewe im Januar und Februar 2015 statt.

Wenige Veränderungen an der Front - Materialschlacht im Donbass

Daher sind in den kommenden Wochen aufgrund der Wetter- und Geländebedingungen keine größeren Veränderungen an der Frontlinie zu erwarten. Sobald der Boden jedoch wieder gefriert, wird die Ukraine wahrscheinlich wieder die Initiative ergreifen und die Befreiung weiterer besetzter Gebiete fortsetzen. Dies gilt insbesondere für die nördlichen Teile der Region Luhansk.

Die russische Armee dürfte ebenso wenig in der Lage sein, vor dem Frühjahr größere Offensivmanöver durchzuführen. In den kommenden Monaten werden sich die russischen Streitkräfte wahrscheinlich darauf konzentrieren, die dem Ersten Weltkrieg ähnliche, zermürbende Materialschlacht im Donbass fortzusetzen. Das Ziel wird sein, den Rest der Region zu erobern und die Stellungen an den anderen Fronten zu halten.

Russische Armee schlecht vorbereitet

Die russische Armee ist schlecht auf den bevorstehenden Winter vorbereitet. Ein deutliches Zeichen dafür war die Zeit vor dem Großangriff am 24. Februar. Im Vorfeld des Angriffs wurden große Kontingente der russischen Armee unter dem Deckmantel einer gemeinsamen Militärübung nach Belarus verlegt, während andere entlang der russisch-ukrainischen Grenze aufgestellt wurden.

Diese Soldaten waren wochenlang vor Ort stationiert, einige bereits seit Ende Januar. Als die Eskalation begann, wiesen viele gefangene russische Soldaten offensichtliche Anzeichen von Erfrierungen, Kälte und einer allgemein schlechten körperlichen Verfassung auf, da es an geeigneter Kleidung und Ausrüstung mangelte. Dabei handelte es sich hierbei noch um die russische Berufsarmee, die aus Berufs- und Vertragssoldaten bestand.

Schwache Reservisten mit schlechter Ausrüstung

Die heutige russische Armee, in der die Verluste an der Front durch Zehntausende mobilisierter Reservisten ersetzt wurden, ist in einem viel schlechteren Zustand. Mobilisierte Soldaten erhalten oft nur eine sehr kurze Ausbildung und viele von ihnen sind überhaupt nicht richtig ausgerüstet. In mehreren russischen Regionen waren die mobilisierten Soldaten gezwungen, ihre Winterkleidung und Ausrüstung selbst zu kaufen.

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Dies führt unweigerlich zu einem ungleichen Vorbereitungsniveau selbst innerhalb kleinerer Einheiten und verringert auch die Überlebenschancen ärmerer Soldaten, deren Familien sich den Kauf hochwertiger Ausrüstung nicht leisten können.

Breite Unterstützung für die ukrainische Armee im Winter

Die ukrainische Armee ist aus einer Reihe von Gründen besser auf den Winter vorbereitet. In erster Linie sind die ukrainischen Soldaten dank des kontinuierlichen Zustroms moderner Kleidung und Ausrüstung aus dem Westen deutlich besser ausgerüstet. Von Nichtregierungsorganisationen organisierte Spendenaktionen spielen dabei eine wichtige Rolle.

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Der entscheidende Faktor ist jedoch eindeutig die westliche Militärhilfe. Allein Kanada wird die ukrainische Armee mit 500.000 Stück Winterausrüstung ausstatten und andere westliche Länder stellen zusätzliche Winterausstattung zur Verfügung. Außerdem ist die ukrainische Armee trotz ihrer hohen Verluste - darunter etwa 100.000 gefallene oder verwundete Soldaten - den in der Ukraine kämpfenden Russen zahlenmäßig immer noch überlegen, so dass Kiew seine Soldaten häufiger auswechseln kann als dies Moskau möglich ist.

Auch die kürzeren logistischen Verbindungen zwischen der Front und dem Hinterland sind ein Vorteil für die Ukraine. Und da die Ukraine ihr eigenes Territorium verteidigt, können die ukrainischen Soldaten auch auf die Unterstützung der örtlichen Bevölkerung zählen.

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