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Sport und die Grundversorgung

Prof. Dr. Hans-Günter Henneke über die Sportberichterstattung beim ZDF

Beim Spagat zwischen Zuschauerinteressen und Rechteerwerb ist dem ZDF aus Sicht von Fernsehrat Prof. Dr. Hans-Günter Henneke „über die Jahre hinweg mit seinen verschiedenen Sendungsformaten ein angemessener Mix gelungen“. Die Debatte über die Rechte für Sportübertragungen und deren Kosten findet er richtig.

Verwaltungsratsmitglied Hans-Günther Henneke
Fernsehratsmitglied Prof. Dr. Hans-Günter Henneke
Quelle: ZDF/Jana Kay

#Fernsehrat: Die Olympischen Spiele, die Paralympics und die Fußball-EM wurden maßgeblich aus dem National Broadcast Center (NBC) in Mainz begleitet. Wie hat sich das NBC aus Ihrer Sicht bewährt?

Prof. Dr. Hans-Günter Henneke: Nüchtern gesagt habe ich diesen Schritt immer für richtig gehalten. So werden der Personaleinsatz und die Technik weitestgehend konzentriert und es können erhebliche Kosten eingespart werden. Dennoch denke ich mit etwas Wehmut an das Sommermärchen 2006 bei uns gleich nebenan am Potsdamer Platz in Berlin, an die Seebühne in Bregenz 2008 oder an Heringsdorf 2012 zurück, wo ich jeweils für einige Tage dabei sein und den Akteuren über die Schulter schauen durfte. Dies behalte ich immer in besonderer Erinnerung.

#Fernsehrat: In Deutschland ist Sport-Berichterstattung – abgesehen von Großereignissen wie Olympia oder den Paralympics – oft sehr auf Fußball fokussiert. Wie bewerten Sie die Berichterstattung über andere Sportarten beim ZDF?

Henneke: Das ist ein nicht einfacher Spagat zwischen Zuschauerinteressen und Rechteerwerb. Meines Erachtens ist dem ZDF über die Jahre hinweg mit seinen verschiedenen Sendungsformaten ein angemessener Mix gelungen, zumal auch Zuschauerinteressen volatil sind. Wer hätte etwa gedacht, dass Bogenschießen auf einmal die Zuschauer, wie geschehen, vor den Bildschirmen fesseln würde?

#Fernsehrat: Unter der Dachmarke „sportstudio“ wurden die Online- und Social-Media-Angebote restrukturiert und etwa dank neuer Fußball-Clip-Rechte ausgebaut. Wie sehen Sie das ZDF beim Sport in der digitalen Welt aufgestellt?

Henneke: Angemessen. Verglichen mit den früheren, geradezu minimalistischen Rechten sind die Fußball-Clip-Rechte doch ein echter Fortschritt, für den die Fußball-Interessierten äußerst dankbar sein dürften.

#Fernsehrat: Die Rechte für Sportübertragungen und ihre z. T. hohen Kosten sind immer wieder Gegenstand der gesellschaftlichen Debatte. Wie sehen Sie das?

Henneke: Die Debatte wird zu Recht geführt, da die Rechtekosten in den letzten beiden Jahrzehnten geradezu explodiert sind. Ich habe mich im Fernsehrat wie im Verwaltungsrat immer für eine angemessene, mit Beitragsmitteln noch finanzierbare Grundversorgung ausgesprochen, den Intendanten aber auch immer ermuntert, Grenzen einzuhalten, was zunächst etwa zu einem -zeitweiligen- Verzicht auf den DFB-Pokal und vor kurzem auch auf die Champions-League-Liveübertragungen geführt hat. Für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind inzwischen sicherlich rechtliche Grenzen erreicht, die auch in Zukunft nicht überschritten werden sollten.

Zur Person: Prof. Dr. Hans-Günter Henneke ist seit 2002 Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Landkreistages, in dessen Mitgliedsbereich gut 56 Mio. Menschen leben, vorwiegend im ländlichen Raum, aber nur sechs Vereine der 1. und 2. Fußballbundesliga beheimatet sind (TSG Hoffenheim, SC Paderborn, 1. FC Heidenheim, Erzgebirge Aue, Hannover 96 und SV Sandhausen). Seither gehört er auch dem ZDF-Fernsehrat (2002 – 2012 sowie seit 2017) bzw. -Verwaltungsrat (2012 – 2017) an und hat sich hier schwerpunktmäßig mit Finanzierungsfragen und der Entwicklung der Telemedienangebote befasst. Außerdem lehrt er seit 1990 Öffentliches Recht an der Universität Osnabrück und gehört zahlreichen staatlichen und öffentlichen Gremien an.

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