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Zwei deutsche Staaten

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs überlegten die Siegermächte, wie es mit Deutschland weitergehen soll.

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Eine Frau geht nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch das zerstörte Deutschland.
Nach dem Krieg war Deutschland zerstört. Quelle: dpa

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die vier Siegermächte USA, Frankreich, Großbritannien und die damalige Sowjetunion Deutschland besetzt. Sie wollten sicherstellen, dass Deutschland nie wieder einen Krieg anfangen kann. Deshalb setzten sie sich zusammen an einen Tisch und überlegten, wie das am besten zu machen ist.

Vier Zonen

Schließlich einigten sie sich darauf, Deutschland in vier Zonen aufzuteilen: eine englische, eine sowjetische, eine US-amerikanische und eine französische. Außerdem wurde auch die deutsche Hauptstadt Berlin, genau wie das übrige Deutschland, in vier Teile aufgeteilt. In Berlin hießen diese Teile "Sektoren".

Die Politiker der vier Siegermächte waren sich nicht einig, wie es in Deutschland weitergehen sollte. Die Sowjetunion hatte ganz andere Vorstellungen als die USA, Frankreich und Großbritannien. Aus diesem Grund entwickelten sich die besetzten Teile Deutschlands in ganz unterschiedliche Richtungen. Das Ergebnis des Streits der Siegermächte war die Gründung von zwei deutschen Staaten.

Der Parlamentarische Rat

Am 1. September 1948 traf sich der Parlamentarische Rat in Bonn. Das war eine Gruppe von 65 Politikern, die alle aus dem Westteil Deutschlands stammten - also aus dem Teil, der nach Ende des Zweiten Weltkriegs von den Amerikanern, den Engländern und den Franzosen verwaltet wurde.

Der parlamentarische Rat überlegte sich in einer Sitzung Gesetze für Deutschland.
Der Parlamentarische Rat Quelle: dpa

Die Politiker des Parlamentarischen Rates wollten sich Regeln, also eine Gesetzessammlung überlegen, nach denen die Bundesrepublik Deutschland funktionieren sollte. Solche Regeln nennt man eigentlich Verfassung. Verfassung wollten die Politiker ihre Gesetzessammlung aber nicht nennen, weil keine Vertreter aus dem Ostteil Deutschlands bei dem Treffen dabei waren.

Hoffen auf Wiedervereinigung

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.
Das Grundgesetz Quelle: ZDF

Damit wollten sie den Menschen in Ostdeutschland und der Sowjetunion zeigen, dass sie immer noch auf ein großes wiedervereinigtes Deutschland hofften. Deshalb einigten sie sich auf eine vorläufige Version der Verfassung, das Grundgesetz. Dieses Gesetz sollte nur für den Westteil Deutschlands gelten.
Über ein halbes Jahr später hatten sich die Politiker auf ein Grundgesetz geeinigt. Am 23. Mai 1949 wurde es feierlich in Bonn verkündet und vom Präsidenten des Parlamentarischen Rates, Konrad Adenauer, unterzeichnet. Damit war die Bundesrepublik Deutschland gegründet.

Konrad Adenauer

Konard Adenauer
Konard Adenauer Quelle: dpa

Ein paar Monate später, am 15. September 1949 wurde Konrad Adenauer zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.
Am 7. Oktober 1949 entstand in der Zone der Sowjetunion ein zweiter Staat: die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland nannte die DDR ihre Staatsregeln "Verfassung" und nicht Gesetzessammlung.

Endgültige Teilung?

Anders als die Bundesrepublik Deutschland zeigten die Politiker der DDR auf diese Weise, dass die Teilung Deutschlands für sie endgültig war. So wurden aus einem Deutschland zwei Staaten, die nach ganz verschiedenen Regeln funktionierten.

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