Sie sind hier:

Was droht nach Putins Wiederwahl?

In Russland und den besetzten ukrainischen Gebieten läuft die Wahl. Putins Sieg gilt als sicher. ZDFheute live analysiert, was danach auf Russland und Putins Gegner zukommt.

Videolänge:
30 min
Datum:
15.03.2024
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.03.2025

Russische Präsidentenwahl: Was danach auf Putins Gegner zukommt|

Es ist eine Wahl, die ihren Namen nicht verdient hat: Bis zum 17. März sind mehr als 114 Millionen Menschen bei der russischen Präsidentenwahl aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Darunter sind auch 4,5 Millionen Menschen aus den völkerrechtswidrig annektierten ukrainischen Gebieten Donezk, Luhansk, Saporischschja, Cherson und der Halbinsel Krim. Die Abstimmungen in den besetzten Gebieten werden international nicht anerkannt. Doch auch die Wahl in Russland gilt als Scheinwahl

Denn sie dient Russlands Präsident Putin vor allem zu Propagandazwecken. Vor Ort gibt es keine Kontrolle durch unabhängige internationale Wahlbeobachter, weshalb mit Betrug und Fälschung gerechnet wird. Seine sogenannten Gegenkandidaten, darunter der Kommunist Nikolai Chartionow und Leonid Sluzki von der nationalistischen Partei LDPR, sind handverlesen und gelten als Kreml-Marionetten. Wirkliche Gegenkandidaten hat Putin nicht. So wurde zum Beispiel der Kriegsgegner Dennis Nadeschdin vorab wegen vermeintlicher Formfehler von der Wahl ausgeschlossen. EU-Ratspräsident Michel gratulierte Putin bereits sarkastisch "zu seinem erdrutschartigen Sieg". Auch Kiew bezeichnete die Abstimmung als "Farce" und illegal. Im Angriffskrieg gegen die Ukraine dürfte es Putin vor allem um innenpolitischen Rückhalt gehen. Hohe Zustimmungswerte bei der Präsidentenwahl kann Russlands Machthaber als bedingungslose Unterstützung für seinen Kurs deuten. 

In Putins Heimatstadt Sankt Petersburg sollen Unbekannte einen Molotow-Cocktail auf ein Wahllokal geworfen haben. Oppositionelle aus dem Lager des verstorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny haben für Sonntagmittag zu einer Protestaktion aufgerufen. Dabei soll die russische Bevölkerung für alle Kandidaten außer Putin stimmen. Trotz Störaktionen gehen Beobachter aber davon aus, dass am Ende ein deutlicher Sieg für Putin zu Buche stehen wird - das Ergebnis stehe schließlich schon fest.  

Wie wichtig ist die Wahl für Putin? Welche Schritte plant er mit seiner Machtfülle als nächstes? Können die Anhänger von Alexej Nawalny Putin noch gefährlich werden? Darüber spricht Victoria Reichelt bei ZDFheute live mit Alexey Yusupov von der Friedrich-Ebert-Stiftung und mit Moskau-Korrespondent Armin Coerper.

Putins Aufstieg 

Seit über zwei Jahrzehnten ist Wladimir Putin an der Macht, zunächst als Premier und seit August 2000 als Präsident der Russischen Föderation. Seine Wiederwahlen sind von Korruption und Propaganda bestimmt: Oppositionelle Kandidaten werden in den Medien benachteiligt oder gar nicht erst zur Wahl zugelassen. 2008 löst Dmitri Medwedew Putin ab, die Verfassung erlaubt zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als zwei Amtszeiten in Folge. In seiner vierjährigen Pause als Ministerpräsident zieht Putin aber weiterhin die Fäden in Russland.

Seine Wiederwahl 2012 war laut Beobachtern weder fair noch frei. Putins Diktatur führte 2014 zur völkerrechtswidrigen Annektierung der Halbinsel Krim und dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, der seit Februar 2022 währt. Nun tritt er erneut als Präsident an. Vor vier Jahren ließ Putin die Verfassung so ändern, dass für ihn unbegrenzt viele Amtszeiten möglich sind. Politische Gegner wurden - wie zuletzt Alexej Nawalny - vom Kreml ausgeschaltet. 

Mit Material von Reuters, dpa, Ap 

Kommentare

0 Kommentare

  • Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Artikel.

Mehr aus ZDFheute live

Hendrik Remmel zugeschaltet aus dem ZDF Hauptstadtstudio Berlin

Russische Offensive bei Charkiw - "Keine raumgreifende Operation" 

Militäranalyst Hendrik Remmel hält Putins Vorstoß bei Charkiw für nicht so gefährlich wie die Offensiven im Donbass. Dafür reiche die russische Truppenstärke nicht aus.

16.05.2025
Videolänge
ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen in New York bei ZDFheute live.

Schlussplädoyer in Trump-Prozess - "Trump kann sich als Märtyrer geben" 

Trump habe seine Anhänger mobilisiert, indem er der Biden-Regierung und seinen politischen Gegnern die Schuld an dem Prozess gebe, so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen in New York.

28.05.2024
Videolänge
TN: "Nazi-Parolen sind klar strafbar"

Medienanwalt zu Sylt-Video - "Nazi-Parolen sind klar strafbar" 

Rassistische Parolen zu grölen könne mit einer Geldstrafe geahndet werden, so Medienanwalt Christian Solmecke. Aber es habe auch schon Freiheitsstrafen gegeben.

24.05.2024
Videolänge
TN: "Bewusste Strategie von Neonazis"

Nachrichten | ZDFheute live - "Bewusste Strategie von Neonazis" 

Seit Monaten nutzen Rechte eingängige Lieder, um ihre Parolen zu verbreiten, sagt ZDFheute-Faktenchecker Nils Metzger. Das sei für Außenstehende nicht immer klar ersichtlich.

24.05.2024
Videolänge
Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du bist dabei, den Kinderbereich zu verlassen. Möchtest du das wirklich?

Wenn du den Kinderbereich verlässt, bewegst du dich mit dem Profil deiner Eltern in der ZDFmediathek.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.