Ex-BND-Agent Conrad: "Erhöhte Gefährdung" für Hamas-Geiseln

    Interview

    Ex-BND-Agent Conrad:"Erhöhte Gefährdung" für die Hamas-Geiseln

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    Dutzende israelische Geiseln wurden in der Gaza-Feuerpause freigelassen, doch etwa 140 Menschen sind weiter gefangen. Für sie bestünde "erhöhte Gefährdung", so Ex-BND-Agent Conrad.

    "Zwischen Hamas und Israel gibt es keine direkten Kontakte." Es gäbe einen "katarischen Vermittler." Islamwissenschaftler Gerhard Conrad informiert über die Geiselfreilassungen.01.12.2023 | 5:21 min
    Während der Feuerpause im Gaza-Konflikt wurden von der Hamas Dutzende israelischer Geiseln freigelassen, im Gegenzug setzte Israel palästinensische Häftlinge auf freien Fuß. Am heutigen Freitagmorgen ist die Feuerpause ausgelaufen - und die Kämpfe wurden laut israelischer Armee fortgesetzt.
    Durch die Kampfhandlungen bestünde für die Geiseln, die weiterhin in der Hand der Hamas sind, eine "erhöhte Gefährdung", sagte der frühere BND-Agent Gerhard Conrad im ZDF-Morgenmagazin.

    Die Geiseln in toto waren eine Lebensversicherung. Man braucht keine 240 Geiseln für eine Lebensversicherung. Jetzt haben sie noch ungefähr 140. Und das ist natürlich ein Problem.  

    Ex-BND-Agent Gerhard Conrad

    Die Feuerpause in Gaza ist ausgelaufen - die Spirale von Gewalt, Trauer und neuer Wut geht weiter. International wurden Verhandlungen gefordert.01.12.2023 | 1:54 min

    Verhandlungen durch "Pendeldiplomatie"

    Die Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln sei über eine "Pendeldiplomatie" erfolgt, erläutert Conrad. Zwischen der Hamas und Israel gebe es keine direkten Kontakte außer den militärischen. "Das war auch schon früher so. Man spricht über die Vermittler", so Conrad.
    "Die Vermittler sitzen in der Tat räumlich in der Mitte, man ist in getrennten Räumen, eventuell auch in getrennten Hotels." Der katarische Vermittler würde Conrad zufolge im Gebäude pendeln. "Das ist Pendeldiplomatie. Aber man sieht sich nicht."  
    Rund 150 Geiseln sind noch in der Gewalt der radikal-islamischen Hamas. Ob die Verhandlungen noch schwieriger werden, berichtet ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge aus Tel Aviv.30.11.2023 | 1:09 min

    Austausch über Hilfsorganisation organisiert

    Zum praktischen Prozedere des Austauschs der Geiseln zwischen den Fronten erläutert Conrad: Ein "Austausch auf dem Gefechtsfeld ist logistisch sehr schwierig und operativ schwierig". Die Kommunikation müsse über das Internationale Rote Kreuz gelaufen sein, so Conrad. In diesem Fall würde ein Verbindungsmann die Hilfsorganisation über den Ort der Freilassung informieren und "dann kommen Vertreter von der Hamas und bringen die Geiseln".
    Dabei habe sich Conrad zufolge die Hamas in den Verhandlungen ausbedungen, dass "während der Austauschoperationen keine Luftaufklärung, jedenfalls nicht mit Drohnen, stattfinden würde". Die Israelis seien darauf eingegangen, sagte der ehemalige Direktor der EU-Geheimdienststelle in Brüssel.

    240 palästinensische Häftlinge entlassen

    Die Feuerpause war seit Freitag vergangener Woche in Kraft. Während der Waffenruhe wurden im Rahmen einer Einigung zwischen Israel und der Hamas 105 von der Palästinenserorganisation aus Israel verschleppte Geiseln befreit, unter ihnen mehrere deutsche Doppelstaatler.
    Im Gegenzug wurden 240 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen. Außerdem wurden 23 Thailänder, ein Philippiner und ein russisch-israelischer Doppelstaatler außerhalb der Vereinbarung freigelassen. 

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