Rede im US-Kongress: Netanjahu verteidigt Krieg gegen Hamas
Rede im US-Kongress:Netanjahu verteidigt Krieg gegen Hamas
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Bei seiner Rede im US-Kongress verteidigt Israels Ministerpräsident Netanjahu die Kriegsführung gegen die Hamas. Rund um seine Ansprache in Washington gab es heftige Proteste.
In Washington erwartete Israels Ministerpräsident Netanjahu ein freundlicher Empfang der Republikaner und Forderungen nach mehr Verhandlungsbereitschaft von US-Präsident Biden. 24.07.2024 | 2:31 min
Israels Regierungschefs Benjamin Netanjahu hat bei einer Rede im US-Kongress die eigene Verantwortung für die humanitäre Not der Menschen im Gazastreifen vehement zurückgewiesen. "Wenn es Palästinenser im Gazastreifen gibt, die nicht genug Nahrung bekommen, dann nicht, weil Israel sie blockiert. Es liegt daran, dass die Hamas sie stiehlt", sagte Netanjahu.
Israel habe viel getan, um palästinensische Zivilisten aus der Gefahrenzone im Gazastreifen zu bringen und zu schützen. Die Hamas hingegen tue alles, was in ihrer Macht stehe, um die Zivilisten in dem abgeriegelten Küstenstreifen in Gefahr zu bringen.
Israels Premier Netanjahu ist zu Besuch in Washington. Morgen soll er US-Präsident Biden treffen.24.07.2024 | 1:48 min
Netanjahu wettert gegen pro-palästinensische Demos
Netanjahu machte sich in seiner Rede auch über die Proteste gegen die israelische Kriegsführung verächtlich. Die Demonstranten stünden auf der Seite des Bösen, "sie stehen auf der Seite der Hamas, sie stehen auf der Seite von Vergewaltigern und Mördern", sagte Netanjahu.
Direkt an Demonstranten gerichtet, die während seiner Ansprache in der Nähe des Parlamentsgebäudes protestierten, schimpfte Netanjahu mit Blick auf die Verbindungen zwischen der Hamas und dem Iran:
Ihr seid offiziell zu nützlichen Idioten des Iran geworden.
„
Benjamin Netanjahu
Der israelische Ministerpräsident kritisierte, viele Demonstranten hätten nicht die geringste Ahnung, wovon sie sprächen. Netanjahu verwies auf die schwierige Lage von Frauen und Homosexuellen im Iran, wo die "Tyrannen von Teheran, Schwule an Kränen aufhängen und Frauen ermorden, weil sie ihr Haar nicht bedecken".
"Einige dieser Demonstranten halten Schilder hoch, auf denen "Schwule für Gaza" steht." Sie könnten genauso gut Schilder hochhalten, auf denen stehe: "Hühner für KFC", also für Kentucky Fried Chicken, spottete er.
In Washington protestieren zahlreiche Menschen gegen das Vorgehen Israels in Gaza. 24.07.2024 | 1:34 min
Die Rede Netanjahus im US-Kongress lief nicht ungestört ab: Nach Angaben der Kapitolpolizei haben fünf Personen auf der Besuchertribüne die Ansprache gestört - sie wurden "alle sofort von der Galerie entfernt und verhaftet", so die Polizei weiter. Die Störung des Kongresses sowie Demonstration innerhalb der Kongressgebäude seien gesetzwidrig, heißt es weiter.
Viele Demokraten und der parteilose Senator Bernie Sanders kündigten bereits im Vorfeld an, Netanjahus Auftritt zu boykottieren. Die prominenteste Absage kommt von Vizepräsidentin Kamala Harris, die in ihrer Funktion als Präsidentin des Senats normalerweise hinter einem ausländischen Staatsgast sitzt, wenn dieser im Kongress spricht. Harris hatte sich mit einer seit längerem geplanten Reise entschuldigt. Die Republikaner werfen ihr Illoyalität gegenüber einem Verbündeten vor.
Präsident Joe Biden wird Benjamin Netanjahu am Donnerstag im Weißen Haus empfangen.
Israels Präsident Netanjahu trifft in den USA sowohl auf Präsident Biden als auch auf dessen Vizepräsidenten Harris - und seinen Herausforderer Donald Trump.24.07.2024 | 1:20 min
Festnahmen und Pfefferspray bei Protesten rund um US-Kongress
Bereits vor der Rede Netanjahus hatten sich zahlreiche Demonstranten rund um das Parlamentsgebäude in Washington versammelt. Dabei ist es auch zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Polizisten setzten Pfefferspray gegen Kundgebungsteilnehmer ein und hinderten sie daran, bis vor das Kongressgebäude zu gelangen. Einige in der Menge seien gewalttätig geworden und hätten sich den Anordnungen widersetzt, sich von der Polizeikette fernzuhalten, hieß es in einem Post der Kapitolpolizei auf X.
X-Post der Kapitolpolizei
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Dabei gab es auch einige Festnahmen: Beamte führten am Mittwoch in der Nähe des Kapitols einzelne Demonstrationsteilnehmer ab. Andere Netanjahu-Gegner forderten, sie wieder freizulassen. Die Demonstranten lehnen die Kriegführung Netanjahus im Gazastreifen ab.
Mit dem Hamas-Angriff auf Israel eskalierte der Nahost-Konflikt. Anfang des Jahres konnte eine Waffenruhe vereinbart werden. Nun fliegt Israel wieder Angriffe in Gaza.
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