RKI: Sinkende Corona-Zahlen womöglich nicht von Dauer

    RKI-Wochenbericht:Sinkende Corona-Zahlen wohl nicht von Dauer

    |

    Die Corona-Herbstwelle scheint einen Dämpfer bekommen zu haben - laut RKI könnte das nur eine vorübergehende Entwicklung sein. Es wurden auch weniger schwere Verläufe erfasst.

    Die Besucher des Hamburger Isemarkt tragen am 09.10.2020 einen Mund-Nasen-Schutz.
    Die Zahl der Corona-Infektionen ging zuletzt zurück. Gleichzeitig rechnet das RKI in den kommenden Wochen mit einer hohen Zahl an Atemwegserkrankungen.
    Quelle: dpa

    Die rückläufige Entwicklung bei den gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland könnte laut Robert Koch-Institut (RKI) mit den Herbstferien zusammenhängen und nur vorübergehend sein.
    Vergangene Woche seien die Sieben-Tage-Inzidenzen in allen Bundesländern und Altersgruppen gesunken, heißt es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend.

    Hierbei muss weiterhin der Faktor der Schulferien mit bedacht werden, der sowohl Kontakt- als auch Testverhalten beeinflusst.

    RKI-Wochenbericht

    Der Inzidenz-Rückgang betrug demnach im Vergleich zur Woche zuvor insgesamt 33 Prozent. In dieser Woche ist die Zahl der gemeldeten Ansteckungen weiter gesunken. Im Großteil der Bundesländer war am Montag oder Dienstag Feiertag.

    Weniger schwere Verläufe

    Rückläufig war vorige Woche laut RKI-Bericht aber nicht nur die Inzidenz: Auch wurden weniger schwere Covid-19-Verläufe erfasst. Die geschätzte Zahl der Arztbesuche in dem Zusammenhang fiel im Wochenvergleich ebenfalls geringer aus, ebenso die Zahl der Labortests auf Sars-CoV-2.
    Bei der Viruslast im Abwasser zeigte sich beim Großteil der untersuchten Standorte ein fallender Trend - diese Art der Überwachung ist unabhängig von der Inanspruchnahme von Tests.

    Aktuelle Fallzahlen zu Corona
    :Corona-Karte und Inzidenz in den Landkreisen

    Die aktuellen Corona-Zahlen im Überblick: Wie hoch ist die Inzidenz in meinem Landkreis? Wie viele haben sich infiziert? Wie viele sind gestorben? Wie viele sind geimpft?
    von R. Meyer, M. Zajonz
    Corona-Karte und Grafik sowie FFP2-Maske in einer Hand gehalten
    Grafiken

    Hohe Zahl an Atemwegserkrankungen erwartet

    Insgesamt rechnet das RKI in den kommenden Wochen mit einer hohen Zahl an Atemwegserkrankungen. "Insbesondere die Positivenrate und die Zahl der Erkrankungen durch Influenza zeigen einen steigenden Trend, zudem führen RSV-Infektionen insbesondere bei Kleinkindern zu vermehrten Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen."
    RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Der Erreger hatte bereits vergangenes Jahr für eine außergewöhnliche Welle in einigen Ländern gesorgt, was auch als Folge der Pandemie gilt.

    Omikron-Sublinie BA.5 am stärksten

    Unverändert herrscht in Deutschland nach den aktuellsten verfügbaren Daten von vorvergangener Woche die Omikron-Sublinie BA.5 vor - mit 96 Prozent, wie aus dem Bericht hervorgeht. Neue Abkömmlinge von BA.5 wie BQ.1 und BQ.1.1, die sich nach Modellierungen der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC in den kommenden Wochen durchsetzen dürften, nehmen auch in Deutschland zu.
    Das Niveau sei aber mit je rund drei Prozent Anteil in einer Stichprobe sehr niedrig, schreibt das RKI. Bisher gibt es Fachleuten zufolge auch keine Anzeichen, dass der etwa in sozialen Medien gebrauchte Spitzname von BQ.1.1 - "Höllenhund" - Programm ist.

    Zwei Millionen Impfungen im Oktober

    Im Oktober sind laut einem weiteren RKI-Bericht speziell zu Covid-19-Immunisierungen vom Donnerstag mehr als zwei Millionen Impfungen bundesweit verabreicht worden. Fortschritte gebe es insbesondere bei zweiten Auffrischimpfungen, die etwa älteren Menschen empfohlen werden.
    Aber: "Bei den Bewohnenden und Gästen von Langzeitpflegeeinrichtungen lässt sich nur ein langsamer Anstieg der Impfquoten für die 2. Auffrischimpfung beobachten", schreibt das RKI. Es ruft dazu auf, die Grippeschutzimpfung "unbedingt" zum Anlass zu nehmen, um auch den Covid-19-Schutz der gefährdeten Gruppe zu vervollständigen.

    Corona-Lage in Reiseländern
    :86 oder 3.100? Wie Europas Inzidenzen trügen

    In vielen Ländern Europas sind die Inzidenzen abgestürzt - in Portugal seit Monatsbeginn von 170 auf 0. Woran liegt das? Und welche Hinweise gibt es noch zur realen Corona-Lage?
    von Gary Denk
    Touristen mit und ohne Maske in Cozumel, Mexiko
    Grafiken
    Quelle: dpa

    Hintergründe zu Covid-19

    Mehr

    Die wichtigsten Daten zum Coronavirus

    Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise