Prigoschin: In Russlands Militärführung herrscht "Chaos"

    Massiver Beschuss von Belgorod:Prigoschin: "Chaos" in Russlands Armeeführung

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    Der Wagner-Chef hat angesichts der Angriffe auf die russische Grenzregion Belgorod Russlands Militärspitze scharf kritisiert. Zur Not würden seine Truppen selbst Ordnung schaffen.

    Jewgeni Prigoschin
    Wagner-Chef Prigoschin macht Moskau erneut Vorwürfe. (Archivbild)
    Quelle: imago

    Der Chef der russischen Privatarmee Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat dem Verteidigungsministerium in Moskau angesichts des Dauerfeuers von ukrainischer Seite in der Grenzregion Belgorod Versagen vorgeworfen. Prigoschin sagte auch mit Blick auf die verfahrene Situation in Russlands Krieg in der Ukraine:

    Das Ministerium ist nicht in der Lage, etwas zu tun. In dem Ministerium herrscht Chaos.

    Jewgeni Prigoschin, Chef der russischen Privatarmee Wagner

    Der 62-Jährige ist Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin. Er kündigte an, selbst mit seinen Wagner-Truppen in der seit Tagen beschossenen Region einzumarschieren, wenn das russische Militär dort nicht "schnellstens" Ordnung schaffe.
    Karte: Russland, Ukraine, Belgorod
    Die Region und die Stadt Belgorod liegen an der Grenze zur Ukraine.
    Quelle: ZDF

    Prigoschin fordert Munition von Russland für Einsatz im Belgorod

    "Es läuft dort schon eine Eroberung des Gebiets", sagte Prigoschin. "Es sterben friedliche Menschen." Die Bevölkerung brauche Schutz. "Wir werden nicht auf eine Einladung warten."
    Allerdings müsse das russische Militär Munition bereitstellen. "Sonst sitzen wir, wie es heißt, mit dem nackten Arsch auf dem Frost."
    Zerstörte Militärfahrzeuge im Vordergrund. Im Hintergrund ein Gebäude.
    Zu den Kämpfen in der russischen Grenzregion Belgorod gibt es widersprüchliche Meldungen. Die Behörden behaupten, die Angriffe seien vorbei. Rebellenvertreter weisen das zurück.24.05.2023 | 0:18 min

    Zwei Menschen in Belgorod laut Russland getötet

    Der Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, meldete am Samstag massiven Beschuss auch mit Artillerie von ukrainischer Seite. Zwei Menschen wurden nach Behördenangaben getötet und sechs weitere verletzt.
    Nahe der Grenzstadt Waluiki seien in einem Dorf schwere Geschosse auf einem Privatgrundstück eingeschlagen, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Freitagabend mit. Unter den Verletzten seien zwei Kinder. Er veröffentlichte zudem ein Foto von einem brennenden Grundstück. Gladkow sprach von einer unsicheren Lage in der Region durch den seit Tagen andauernden Beschuss. Die Angaben beider Kriegsparteien sind in der Regel kaum zu überprüfen.

    Angriff in Belgorod
    :Wie Anti-Putin-Russen für die Ukraine kämpfen

    In die russische Region Belgorod nahe der Ukraine sind Russen eingefallen, die sich gegen den Kreml stellen. Um welche Gruppen es sich handelt und was das Ziel der Aktion ist.
    von Christian Mölling, András Rácz
    Zerstörte Fahrzeuge nach einem Angriff auf die russische Grenzstadt Belgorod

    Grenzstadt Schebekino unter schwerem Beschuss

    Besonders betroffen von dem Artilleriefeuer war die Grenzstadt Schebekino, aus der viele Menschen flohen. Es sei weiter nicht sicher, dorthin zurückzukehren, sagte Gladkow. Die Region steht besonders seit Montag vergangener Woche schwer unter Beschuss.
    Das russische Verteidigungsministerium hatte mitgeteilt, dort seien bereits mehr als 120 ukrainische "Terroristen" und "Saboteure" getötet worden. Die Ukraine hat eine direkte Verantwortung für die Angriffe zurückgewiesen. Russland greift das Nachbarland auch von Belgorod aus seit mehr als 15 Monaten an.
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    Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
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    Liveblog
    Quelle: dpa

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