Selenskyj-Berater: Nächste 48 Stunden entscheiden

    Reaktionen auf Wagner-Aufstand:Kiew: Nächste 48 Stunden entscheiden

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    Wie entwickelt sich der Machtkampf in Russland? International wird die Lage genau beobachtet. Der Berater des ukrainischen Präsidenten hält die nächsten Tage für entscheidend.

    Wagner-Truppen übernehmen die Kontrolle in Rostov am Don
    Wagner-Truppen im russischen Rostow am Don
    Quelle: epa

    • Der Chef der Wagner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin, rief am Freitagabend zum "Marsch für die Gerechtigkeit" auf, um den russischen Verteidigungsminister Schoigu zu stürzen. Er warf der russischen Militärführung vor, ein Wagner-Truppenlager angegriffen zu haben.
    • Söldner der Wagner-Truppe marschierten daraufhin von der Ukraine aus nach Russland und nahmen nach eigenen Angaben zunächst militärische Objekte in Rostow ein, darunter den Flugplatz und das Hauptquartier der russischen Armee für den Süden des Landes.
    • Laut dem örtlichen Gouverneur befinden sich Wagner-Söldner mittlerweile in der russischen Region Lipezk, etwa 400 Kilometer südlich von Moskau.
    • Russlands Präsident Putin nannte die Rebellion der Wagner-Gruppe Verrat. Wer Waffen erhebe, werde bestraft. Er forderte die Kämpfer auf, ihre Teilnahme an "kriminellen Handlungen" zu beenden.

    Der eskalierende Machtkampf zwischen Wagner-Chef Prigoschin und der russischen Militärführung wird international genau verfolgt. In der Ukraine hält Präsidentenberater Mychajlo Podoljak das Schicksal von Kremlchef Wladimir Putin für offen. Podoljak schrieb am Samstag auf Twitter:

    Die nächsten 48 Stunden werden über den neuen Status von Russland entscheiden.

    Mychajlo Podoljak, Berater des ukrainischen Präsidenten Selenskij

    Möglich seien ein "ausgewachsener Bürgerkrieg", ein "ausgehandelter Machtübergang" oder auch eine "vorübergehende Atempause vor der nächsten Phase des Sturzes des Putin-Regimes".
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    Weiter schrieb er: "Alle potenziellen Akteure entscheiden jetzt, auf welcher Seite sie stehen." In Russland herrsche gerade ein "ohrenbetäubendes Schweigen der 'Elite'". Russland führt seit 16 Monaten einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine.

    Selenskij: Russlands Schwäche ist offensichtlich

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht den bewaffneten Aufstand der Söldnergruppe Wagner gegen Moskau als Zeichen der Schwäche Russlands. "Russlands Schwäche ist offensichtlich. Schwäche in vollem Umfang", schreibt Selenskyj auf der Social-Media-Plattform Telegram. "Und je länger Russland seine Truppen und Söldner in unserem Land hält, desto mehr Chaos, Schmerz und Probleme wird es später selbst haben."
    Die US-Regierung beobachtet die Entwicklungen nach Angaben eines Sprechers aufmerksam. "Wir verfolgen die Lage und werden uns mit Alliierten und Partnern über diese Entwicklungen abstimmen", sagte ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats. Präsident Joe Biden sei informiert.

    Baerbock: Enger Austausch mit internationalen Partnern

    Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lässt sich nach Angaben eines Regierungssprechers über die Entwicklung in Russland "laufend informieren". Die Lage bleibe ja recht dynamisch. "Insofern beobachten wir das sehr genau und koordinieren uns auch mit unseren engsten Verbündeten." Ein Statement des Kanzlers sei derzeit nicht geplant.
    Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) erklärte auf Twitter: "Die Entwicklungen in Russland beobachten wir seit gestern Abend sehr aufmerksam und stehen in engstem Austausch dazu mit unseren internationalen Partnern".
    Deutsche Staatsangehörige in Russland sollten "unbedingt unsere angepassten Reise- und Sicherheitshinweise beachten", so Baerbock. Das Auswärtige Amt hatte seine Reisehinweise für das Land aktualisiert. Unter anderem sollte das Stadtzentrum von Moskau "bis auf Weiteres gemieden werden."
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    Belarus: "Geschenk an den Westen"

    Das mit Moskau verbündete Belarus bezeichnete die bewaffnete Rebellion der Wagner-Truppe als "Geschenk an den Westen".

    Jede Provokation, jeder interne Konflikt in den militärischen oder politischen Kreisen, im Bereich der Information oder in der Zivilgesellschaft, ist ein Geschenk an den Westen.

    Belarussischer Sicherheitsrat

    Das könne in einer Katastrophe enden, erklärte der Rat weiter und forderte dazu auf, der "Stimme der Vernunft" zuzuhören.

    Sondertreffen in Italien, Beratungen in Polen

    Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sieht im gewaltsamen Aufstand der Söldnertruppe Wagner einen Beweis dafür, dass Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zu "Instabilität" im eigenen Land führt.
    Die jüngsten Entwicklungen in Russland würden aufmerksam verfolgt, hieß es in einer Mitteilung ihres Büros. Meloni kündigte noch für Samstag ein Sondertreffen mit den zuständigen Ministern ihrer Rechtsregierung und den Geheimdiensten an. Das Außenministerium in Rom mahnte Italiener, die sich in Russland aufhalten, zur Vorsicht.
    Auch in Frankreich wird die Lage genau beobachtet.
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    Polens Präsident Andrzej Duda teilte ebenfalls mit, dass die Entwicklung in Russland von der Regierung aufmerksam verfolgt werde. Dazu gebe es Beratungen mit Regierungschef Mateusz Morawiecki, aber auch den Verbündeten. Tschechiens Außenminister Jan Lipavsky warnte Landsleute vor Reisen nach Russland.

    Wagner-Söldner in Rostow - Putin spricht von "Verrätern"

    Am Freitagabend war der seit langem schwelende Machtkampf zwischen dem russischen Söldnerführer Jewgeni Prigoschin und der russischen Militärführung eskaliert. Kämpfer von Prigoschins Söldnertruppe Wagner marschierten von der Ukraine aus nach Russland ein und übernahmen am Samstag die Kontrolle über Militäreinrichtungen im südrussischen Rostow.
    Russlands Präsident Wladimir Putin nannte den Aufstand der Wagner-Söldner am Samstag eine "tödliche Bedrohung" und kündigte an, die aufständischen Wagner-Söldner würden als "Verräter" bestraft.
    Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

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    :Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

    Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
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    Quelle: dpa, AFP, Reuters

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