Obst aus dem eigenen Garten: Obstbäume pflanzen im Herbst
Obst aus dem eigenen Garten:Obstbäume am besten im Herbst pflanzen
von Elmar Mai
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Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pflaumen sind nicht nur gesund, sondern der Eigenanbau lohnt sich auch finanziell. Für eine reiche Ernte ist vorher aber eine ganze Menge zu beachten.
Welche Sorten besonders ertragreich sind und wie man sich am besten mit Obst selbst versorgt, erklärt Pflanzenexperte Elmar Mai.13.09.2024 | 7:02 min
Das eigene Obst im Garten anzubauen ist nicht nur eine wunderbare Möglichkeit, frische und gesunde Früchte direkt vor der Haustür zu ernten, sondern bietet auch viele weitere Vorteile. Von der Vielfalt an Geschmacksrichtungen bis hin zur Förderung der Artenvielfalt. Doch welcher Obstbaum eignet sich für welchen Garten? Diese und weitere Fragen sollten bei dem Besuch einer regionalen Baumschule geklärt werden.
Standort, Boden und Klima
Von fast allen Obstarten gibt es stark wachsende Hochstämme, die sonnig und frei stehen müssen, aber auch deutlich kleinere Buschbäume und oft sogar Säulenobst oder Spaliere, die platzsparend vor die Hauswand oder auf die Grenze passen.
Der ideale Boden für Obstbäume ist tiefgründig und humos. Sandige, staunasse oder zu kalkhaltige Böden liefern oft unbefriedigendes Wachstum und schlechte Ernten. Doch es gibt regionale Sorten, die trotzdem gut gedeihen.
Ungünstige Lagen, das heißt entweder stauende Hitze oder zu windig, fördern Krankheiten. Obstbäume müssen immer leicht durchlüftet sein, um Feuchtigkeit auf den Blättern zu vermeiden. Sonst entstehen Pilzkrankheiten.
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Die richtige Obstsorte
Immer nach erbgesunden Sorten fragen, sie ersparen eine Menge Enttäuschungen mit Ernteausfällen. Die Vielfalt regionaler Sorten ist kein Zufall. Für bestimmte Gegenden haben sich spezielle Sorten bewährt. Sogenannte Allerwelts-Sorten gehen zwar meistens, aber nicht immer. Von fast allen Obstarten gibt es frühe, mittlere oder späte Sorten. Frühe sind oft durch Spätfröste gefährdet und frühe Sorten können von spät blühenden Sorten nicht befruchtet werden, obwohl es theoretisch möglich ist. In beiden Fällen steht die Ernte auf dem Spiel.
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Auch spielt die Frage eine Rolle, wie man das Obst nach der Ernte verwenden will. Manche Sorten sind eher für die Verwendung in der Küche interessant (zum Beispiel für Saft, Gelee oder Konfitüre, Backobst) andere eher für den Frischverzehr. Auch die Lagerfähigkeit ist sortenabhängig. Früh reifendes Kernobst ist meist nicht lagerfähig, Steinobst gar nicht. Es gibt spezielle Lagersorten.
Optimale Bestäubung für reiche Ernten
Ganz wichtig für eine gute Ernte ist die Frage nach den richtigen Bestäubern. Fast alle Obstsorten sind selbststeril, das heißt die Pollen können die eigenen Blüten nicht befruchten. Einer allein bringt nie Früchte. Hier ist eine Bestäubersorte unerlässlich. Dazu gibt es Tabellen, denn das ist eine Wissenschaft für sich. Auch selbstfruchtbare Sorten tragen bei Fremdbefruchtung sehr viel besser. Sauerkirschen bilden da eine Ausnahme. Hier gibt es gute selbstbefruchtende Sorten.
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Ein Sonderfall bei Äpfeln ist die Allergie. Es sind vier unterschiedliche Allergene bekannt, die je nach Sorte allein oder zu mehreren in den Früchten vorkommen können. Nicht jeder Allergiker reagiert auf jedes Allergen gleich stark. Da ist ärztlicher Rat vonnöten. Es gibt aber sogenannte Allergiker-Sorten, die gut vertragen werden. Auch verarbeitete Äpfel verlieren oft die allergische Wirkung. Trotzdem ist hier Vorsicht geboten.
Was ist beim Pflanzen zu beachten?
Im Herbst sind die Böden noch warm und feucht. Das fördert das Einwachsen der Wurzeln. Gleichzeitig gehen die Bäume in Saftruhe: Sie werfen ihr Laub ab, der Stoffwechsel reduziert sich auf ein Mindestmaß. Da fast nur noch Containerware im Umlauf ist (nur noch selten wurzelnackte Bäume), stellen das Einpflanzen und der Pflanzzeitpunkt kein Problem dar.
Das Pflanzloch sollte mindestens doppelt so groß wie der Container und deutlich tiefer sein. Je mehr Boden gelockert wird, desto besser. Wurzelballen vor dem Pflanzen ankratzen und die Wurzeln nur leicht verletzen. Das fördert die Regeneration und das Einwachsen. Darauf achten, dass der Wurzelhals exakt auf der gleichen Höhe wie im Topf steht. Gut einwässern. Keinen Dünger beigeben, die Wurzeln müssen suchen und wachsen schneller. Obstbäume brauchen in der ersten Phase immer einen Pfahl zum Stützen. Die Technik am besten vom Gärtner zeigen lassen.
Elmar Mai ist Garten-Experte der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
Böden werden verdichtet, versiegelt, als Spekulationsmasse betrachtet. Biobauer Benedikt Bösel erklärt, weshalb es Zeit ist, den Boden zu "retten" - und was jeder beitragen kann.
Interview
Quelle: dpa
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