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Eier aus ukrainischen Legebatterien

Trotz EU-Verbot

von Joachim Bartz, Jörg Göbel und Felix Klauser

Einer der größten Eierproduzenten Europas, die ukrainische Firma Ovostar Union, hält Zigtausende Hennen in Legebatterien unter tierquälerischen Bedingungen. Das belegt umfangreiches Videomaterial, das Frontal21 vorliegt.

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7 min
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10.03.2020
Video verfügbar bis 10.03.2021

Auf den Bildern sind zusammengepferchte Hühner zu sehen, die miteinander kämpfen. Viele haben Wunden und sind nur noch teilweise mit Federn bedeckt. In den Käfigen liegen auch tote, halbverweste Tiere. Die Bilder stammen von der ukrainischen Tierschutzorganisation "Open Cages Ukraine", sind Ende 2019 entstanden und wurden vom ZDF geprüft.

Die Firma Ovostar verwies auf Nachfrage auf ihren Geschäftsbericht. Darin heißt es, die Eier-Produktion sei zertifiziert nach internationalen Lebensmittelqualitäts- und Sicherheitsstandards. Laut eigener Angaben verkauft die ukrainische Firma im großen Stil Eier und Eiprodukte in die EU und nach Deutschland. 2018 exportierte Ovostar demnach 587 Millionen Eier. 37 Prozent der Exporterlöse stammten aus dem Handel mit der EU.

Legehennenhaltung "weit unter EU-Standard"

Legebatterie in der Ukraine
Eine Legebatterie in der Ukraine.
Quelle: ZDF

Die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast, Bündnis 90/Die Grünen, forderte die EU-Kommission zum Handeln auf: "Mit diesen Bildern muss die EU eigentlich sagen, das kommt uns nicht ins Haus. Oder besser, das kommt nicht in die EU." Nach Auffassung der grünen Bundestagsabgeordneten ist auf den Bildern eine Legehennenhaltung "weit unter EU-Standard" zu sehen. Künast verwies auf die Folgen für deutsche Hühnerhalter: "Es geht auch um die Landwirte, die sich hier bemühen, Tiere zu akzeptablen Bedingungen zu halten. Da darf es nicht sein, dass man zugunsten billiger Rohstoffe für die Lebensmittelindustrie rumtrickst."

In der EU ist die Käfighaltung in sogenannten Legebatterien seit 2012 verboten. Außerhalb der EU werden sie jedoch großflächig eingesetzt, unter anderem in der Ukraine. Von dort sind die Ei-Importe in die EU in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2018 führte die EU 26.819 Tonnen Eier und Ei-Produkte aus Drittstaaten ein. 51,4 Prozent dieser Ei-Importe kamen aus der Ukraine (MEG-Marktbilanz 2019). Als Rohstoff – zum Beispiel Flüssigei oder Eipulver - landen sie in Lebensmitteln. Im Supermarkt kann der Verbraucher die Herkunft der verwendeten Eier nicht erkennen. Denn auf den Verpackungen verarbeiteter Produkte gibt es keine Kennzeichnungspflicht über die Haltungsform.

Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Produkte

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) forderte eine verschärfte Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Produkte. ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke sagte dem ZDF: "Wir möchten, dass der deutsche Verbraucher die Käfigeier erkennen kann, auch in den Produkten, und nach Möglichkeit diese Ei-Produkte auch meidet." Bei Schaleneiern existiert seit Jahren ein etabliertes Kennzeichnungssystem. Auf diesen Eiern können Verbraucher anhand eines Stempels Herkunftsland und Haltungsform erkennen.

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