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Tierschutz

2.500 Küken für Dirk Steffens

Engagement für die Gesellschaft

Nachhaltiges Fernsehen erfordert Mut und Aufwand. An beidem mangelte es dem "Projekt Hühnerhof" nicht. In einem Selbstversuch zur Hauptsendezeit mästete Wissenschaftsjournalist und Tierschützer Dirk Steffens 2.500 Hühnchen, nach besten Ökomethoden. Gleichzeitig absolvierte er ein Praktikum in einem konventionellen Geflügelzuchtbetrieb nahe Hannover. Dem ZDF-Moderator ging es um Einblicke in die Lebensbedingungen von Masthühnern, abseits der Schlagzeilen über Hühnerleid und Biolügen. Und um eine leidenschaftliche Kampagne: Lassen sich Verbraucher dazu bewegen, weniger, aber »gutes« Fleisch zu essen – von Hühnern, die ein tiergerechtes Leben hatten?

Die zweiteilige Erlebnisdokumentation kam im Herbst 2014 zu einem Zeitpunkt, zu dem Forscher in aller Welt analysieren, wie wir Menschen essen, derzeit und in naher Zukunft. Denn bis zum Jahr 2050 werden zu den jetzt gut sieben Milliarden Menschen noch zwei Milliarden mehr gekommen sein. Der globale Appetit auf Huhn wächst, entsprechend wächst auch die Hühnerproduktion noch schneller als die von Rindern und Schweinen. Und in Deutschland isst jeder von uns rund 11,7 Kilo Hühnerfleisch im Jahr. Das entspricht etwa acht Masthühnern und ist fast zehnmal so viel wie vor 60 Jahren, als die Deutschen noch den Sonntagsbraten pflegten. Die Geflügelindustrie liefert nicht nur immer mehr, sondern auch immer billigeres Hühnerfleisch. Häufig kostet Tierfutter, das aus Hühnchen hergestellt wird, mehr als Hühnerfleisch für Menschen. Im Supermarkt kostet ein Kilo Huhn weniger als ein Kilo Katzenfutter. Dirk Steffens ging den Dumpingpreisen auf den Grund und veranschaulichte, warum Freilandhaltung etwa vier bis fünfmal so teuer ist wie industrielle Turbomast. Dass aber auch die artgerechtere Aufzucht die ursprünglichen Bedürfnisse der Tiere nicht erfüllen kann und überdies unseren Bedarf allein nicht decken könnte, verschwieg er dabei nicht. Dennoch: Den Absatz des teureren Ökofleischs konnte er während seines Feldversuchs in Uelzen vervielfachen. »Ein Strohfeuer«, wie er zugibt – aber eine Projekt, das zum Nachdenken anregt.

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