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Die Sachbuch-Bestenliste für November 2023

Von ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DIE ZEIT

Eine Jury aus 30 Kritikerinnen und Kritikern von ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DIE ZEIT empfiehlt monatlich zehn herausragende Bücher.

Videolänge:
5 min
Datum:
30.08.2023
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.10.2024
Christopher Clark, Frühling der Revolution: Europa 1848/49 und der Kampf für eine neue Welt, A. d. Englischen von N. Juraschitz, K.-D. Schmidt & A. Wirthensohn, DVA, 1168 Seiten, 48,– €
Christopher Clark, Frühling der Revolution: Europa 1848/49 und der Kampf für eine neue Welt, A. d. Englischen von N. Juraschitz, K.-D. Schmidt & A. Wirthensohn, DVA, 1168 Seiten, 48,– €

1. (-) 1848 erfasste eine Freiheitsbewegung ganz Europa – doch die Revolution scheiterte, so lautet die allgemeine Erzählung. Der Cambridge-Historiker Christopher Clark widerspricht: ob Wahlrecht oder Bürgerrechte, die Gedanken von damals prägen die Demokratien von heute. Ein monumentales Panorama der Revolutionsjahre, facettenreich und packend erzählt. 146 Punkte

Steffen Mau, Thomas Lux & Linus Westheuser, Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft, Suhrkamp, 540 Seiten, 25,– €
Steffen Mau, Thomas Lux & Linus Westheuser, Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft, Suhrkamp, 540 Seiten, 25,– €

2. (10) Oft wird behauptet, die Gesellschaft sei gespalten wie nie. Aber stimmt das? Drei Soziologen gehen dieser Frage nach, indem sie das deutsche Stimmungsbild zu Themen wie Klimaschutz oder Diversität analysieren. Das überraschende Ergebnis: Bei den meisten Fragen herrscht Konsens – solange es nicht um Lastenräder oder Gendersterne geht. 92 Punkte

Christina Morina, Tausend Aufbrüche. Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er Jahren, Siedler, 400 Seiten, 28,– €
Christina Morina, Tausend Aufbrüche. Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er Jahren, Siedler, 400 Seiten, 28,– €

3. (-) Ostdeutschland wird verdächtigt, ein Demokratiedefizit zu haben. Die Historikerin Christina Morina wagt einen genaueren Blick auf diese These und analysiert Bürgerbriefe, Petitionen oder Flugblätter. Welche Demokratievorstellungen existieren in beiden Teilen des Landes? Welches Verhältnis zum Staat? Über abweichende Perspektiven, die den Debatten von heute vorausgehen. 52 Punkte

Christina Clemm, Gegen Frauenhass, Hanser Berlin, 256 Seiten, 22,– €
Christina Clemm, Gegen Frauenhass, Hanser Berlin, 256 Seiten, 22,– €

4. (-) Als Rechtsanwältin vertritt Christina Clemm Frauen, die Opfer von Gewalt wurden. Sie ist überzeugt: alle, wirklich alle Frauen können betroffen sein, denn das Problem ist strukturell. Jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem Partner getötet. Wo aber liegen die Ursachen? Clemm sucht nach den Ursprüngen im Patriarchat – und zeigt auf, wie die Spirale der Gewalt durchbrochen werden kann. 31 Punkte

Thomas Meyer, Hannah Arendt, Piper, 528 Seiten, 28,– €
Thomas Meyer, Hannah Arendt, Piper, 528 Seiten, 28,– €

5. (1) Ohne persönliche Erfahrung sei kein Denken möglich, schrieb Hannah Arendt einmal. Der Arendt-Experte Thomas Meyer nimmt die Philosophin beim Wort und spürt ihrem Denken entlang der Lebensstationen nach, von Königsberg bis New York. Eine völlig neuartige Annäherung an das Phänomen Arendt, basierend auf bisher unbekannten Quellen. 28 Punkte

Herfried Münkler, Welt in Aufruhr. Die Ordnung der Mächte im 21. Jahrhundert, Rowohlt, 528 Seiten, 30,– €
Herfried Münkler, Welt in Aufruhr. Die Ordnung der Mächte im 21. Jahrhundert, Rowohlt, 528 Seiten, 30,– €

6. (8) Als Professor für Ideengeschichte blickt Herfried Münkler gewöhnlich auf die Vergangenheit, auf Machiavelli oder Clausewitz. In seinem neuen Buch aber geht es um die Zukunft der Geopolitik: die USA ist auf dem Rückzug, die UN nicht handlungsfähig, die Kräfte sortieren sich neu. Was bedeutet diese völlig neuartige Situation für unsere Sicherheit? Ein aufregender Ausblick auf das 21. Jahrhundert. 24 Punkte

Eberhard Rathgeb, Maler Friedrich, Berenberg, 208 Seiten, 28,– €
Eberhard Rathgeb, Maler Friedrich, Berenberg, 208 Seiten, 28,– €

7. (-) Caspar David Friedrich: der Zeitgenosse. Der große Romantiker wird im kommenden Jahr 250. Wie haben Schiller, Goethe und die Aufklärer seine Malerei beeinflusst? Und warum faszinieren uns gerade heute, in Zeiten des Klimawandels, seine urgewaltigen Naturdarstellungen? Der Kulturjournalist Eberhard Rathgeb ergründet die Ursprünge des berühmten inneren Blicks. 24 Punkte

Florian Illies, Zauber der Stille. Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten, S. Fischer, 256 Seiten, 25,– €
Florian Illies, Zauber der Stille. Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten, S. Fischer, 256 Seiten, 25,– €

8. (-) Caspar David Friedrich: die Projektionsfläche. Wie kein anderer Maler gelingt es dem Romantiker, Emotionen auszulösen: bei Hitler und Rilke war es Liebe, bei den 68ern Hass, Walt Disney hat er zu „Bambi“ inspiriert. Was aber ist es, was wir in seinen abendlichen Himmeln zu erkennen glauben? Am Beispiel Friedrichs entwirft Florian Illies ein ganzes Panorama deutscher Geschichte. 23 Punkte

Tilo Wesche, Die Rechte der Natur, suhrkamp wissen, 347 Seiten, 22,– €
Tilo Wesche, Die Rechte der Natur, suhrkamp wissen, 347 Seiten, 22,– €

9. (-) Wälder, Berge oder Küstenlandschaften, die ihre Rechte einklagen – was nach Science-Fiction klingt, wird in manchen Teilen der Welt bereits Realität, etwa in Ecuador. Doch lassen sich Rechte für die Natur auch philosophisch begründen? Und haben sie das Potenzial, den Klimawandel zu bremsen? Der Philosoph Tilo Wesche gibt in seinem Grundlagenbuch Antworten auf diese drängenden Fragen. 22 Punkte

Verena Friederike Hasel, Das krisenfeste Kind. Lernen für die Welt von morgen, Kein&Aber, 240 Seiten, 22,– €
Verena Friederike Hasel, Das krisenfeste Kind. Lernen für die Welt von morgen, Kein&Aber, 240 Seiten, 22,– €

10. (-) Zahlreiche Krisen erschüttern die Welt – und sie spitzen sich weiter zu. Wie werden unsere Jüngsten auf die Aufgaben von Morgen vorbereitet? Völlig unzureichend, findet die Journalistin Verena Friederike Hasel. An deutschen Schulen würden keine Zukunftsfähigkeiten vermittelt. Ein Plädoyer dafür, Bildung endlich ernst zu nehmen. Das Vorbild: Finnland. 20 Punkte

Anja Zimmermann, Brust. Geschichte eines politischen Körperteils, Wagenbach, 240 Seiten, 28,– €
Anja Zimmermann, Brust. Geschichte eines politischen Körperteils, Wagenbach, 240 Seiten, 28,– €

10. (-) Nicht erst seit Botticellis Venus ist der Busen ein zentrales Kunstmotiv. Doch war der Blick darauf immer Produkt der patriarchalen Verhältnisse. Anhand von unzähligen Beispielen zeigt die Kunsthistorikerin Anja Zimmermann, wie Männer seit jeher die weibliche Brust mit Projektionen aufladen. Sie wird sexualisiert, tabuisiert, skandalisiert – immer geht es um männliche Kontrolle. 20 Punkte

Jedes Jury-Mitglied der Sachbuch-Bestenliste vergibt monatlich an vier Sachbücher je einmal 15, 10, 6 und 3 Punkte.

Die Jury der Sachbuch-Bestenliste: Peter Arens (ZDF), Susanne Billig (Deutschlandfunk Kultur), Ralph Bollmann (F.A.S.), Stefan Brauburger (ZDF), Alexander Cammann (DIE ZEIT), Gregor Dotzauer (Der Tagesspiegel), Heike Faller (DIE ZEIT), Marlen Hobrack (DIE ZEIT), Daniel Fiedler (ZDF), Jenny Friedrich-Freksa (Kulturaustausch), Manuel J. Hartung (ZEIT-Stiftung), Thorsten Jantschek (Deutschlandfunk Kultur), Kim Kindermann (Deutschlandfunk Kultur), Hannah Lühmann (DIE WELT), Tania Martini (taz), Susanne Mayer (DIE ZEIT), Peter Neumann (DIE ZEIT), Catherine Newmark (Deutschlandfunk Kultur), Jutta Person (freie Literaturkritikerin), Bettina von Pfeil (ZDF), Jens-Christian Rabe (Süddeutsche Zeitung), Christian Rabhansl (Deutschlandfunk Kultur), Anne Reidt (ZDF), Anna Riek (ZDF), Stephan Schlak (Zeitschrift für Ideengeschichte), Anna-Lena Scholz (DIE ZEIT), Hilal Sezgin (freie Autorin), Catrin Stövesand (Deutschlandfunk), Elisabeth von Thadden (DIE ZEIT), Florian Felix Weyh (Deutschlandfunk Kultur)

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