Update am Abend: Geheimdienste mit offenen Karten

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    Update am Abend:Geheimdienste mit offenen Karten

    Jan Schneider
    von Jan Schneider
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    ZDFheute Update

    Guten Abend,

    Geheimdienste arbeiten in der Regel - wie der Name schon sagt - im Geheimen. Der Krieg in der Ukraine hat dieses Prinzip etwas verändert. Schon vor dem russischen Einmarsch am 24. Februar 2022 hatte US-Präsident Joe Biden sehr freimütig die Erkenntnisse seiner Dienste verkündet - etwa wie viele Truppen Moskau an den Grenzen zur Ukraine zusammengezogen hat und dass man von einem Angriff ausgehe. Mutmaßlich wollte er damit zeigen, wie genau man die Situation im Westen beobachte und wie ernst man die Lage nehme.
    Auch andere Regierungen sind mit den Informationen ihrer Geheimdienste offener geworden. Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht jeden Tag ein "Intelligence Update" zum Verlauf des Krieges, das auf Informationen des Geheimdienstes beruht. Heute wurde etwa berichtet, dass die Ukrainische Nachschubroute nach Bachmut wieder besser gesichert ist, gestern wurde auf Schwächen der russischen Flugabwehr hingewiesen.
    Die CIA ist nun noch einen Schritt weiter gegangen mit der Offenheit: Mit einem emotionalen Video versucht der US-Auslandsgeheimdienst Menschen in Russland als Informanten zu gewinnen - und liefert dazu direkt konkrete Handlungsanweisungen, wie man über eine verschlüsselte Verbindung mit dem Nachrichtendienst in Kontakt kommen kann.
    Immer öfter finden Geheimdienst-Informationen noch andere Wege an die Öffentlichkeit. Aus den durchgestochenen Dokumente des sogenannten "Discord-Leaks" wurde kürzlich bekannt, dass der russische Söldner-Chef Prigoschin versucht haben soll, Stellungen der russischen Armee an die Ukraine zu verraten und dass der ukrainische Präsident im Hinterzimmer überlegt haben soll, eine Öl-Pipeline zwischen Russland und Ungarn zu sprengen.
    Gut möglich, dass die Geheimdienste diese Karten lieber noch für sich behalten hätten.

    Was heute im Ukraine-Krieg passiert ist

    Ukraine nennt Bachmut "Mausefalle" für Russen: Der Befehlshaber der ukrainischen Landstreitkräfte, Olexander Syrskyj, hat die seit Monaten umkämpfte Stadt Bachmut als "Mausefalle" für die russischen Truppen bezeichnet. Durch "aktive Verteidigung" seien die ukrainischen Einheiten an mehreren Abschnitten bei Bachmut zu Gegenangriffen übergegangen.
    Kaum Auswege für russische Kriegsverweigerer: Wer in Russland den Kriegsdienst verweigert, muss mit schweren Konsequenzen rechnen. Eine Flucht nach Europa ist allerdings nicht so einfach.
    Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

    Was darüber hinaus wichtig ist

    Ex-Audi-Chef Stadler legt Geständnis ab: Damit ist Stadler das erste Mitglied des VW-Konzernvorstands, das vor Gericht den Vorwurf des Betrugs durch Unterlassen im Dieselskandal eingeräumt hat.
    Haftstrafen nach Diebstahl aus Grünem Gewölbe: Im Prozess um den Juwelendiebstahl in Dresden sind fünf der sechs Angeklagten zu mehrjährigen Haft- oder Jugendstrafen verurteilt worden.
    Corona-Regeln von 2020 waren rechtmäßig: Lange und heftig wurde darüber gestritten, ob die teils drastischen Corona-Regeln von den Gesetzen noch gedeckt waren. Das Bundesverwaltungsgericht hat dazu endgültig entschieden.
    Deutschland riskiert die Zukunft seiner Häfen: Deutsche Seehäfen wie Hamburg drohen international abgehängt zu werden. Die Bundesregierung will mit einer Nationalen Hafenstrategie gegensteuern, doch die Erwartungen sind verhalten.
    Große Leseschwäche bei Kindern: Jeder vierte Viertklässler in Deutschland kann nicht richtig lesen. Die Iglu-Studie bestätigt damit, was auch andere Untersuchungen zeigen: Das Schulsystem hat ein großes Problem.

    Im Livestream

    ZDFheute live: Keine Chance bei Polizeigewalt? Übermäßige Polizeigewalt in Deutschland wird nur selten aufgearbeitet und bleibt oft ohne strafrechtliche Folgen. ZDFheute live beschäftigt sich ab 19:30 Uhr mit den Hintergründen und was dagegen getan werden könnte.

    Weitere Schlagzeilen

    Ein Lichtblick

    Bis zu 25 Grad am Wochenende
    Quelle: ZDF

    Nach dem vielerorts eher grauen Start in die Woche kann man sich umso mehr aufs Wochenende freuen. 

    Zahl des Tages

    17,3 Millionen. So viele Menschen in Deutschland waren im vergangenen Jahr von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das entsprach etwa einem Fünftel (20,9 Prozent) der Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Als armutsgefährdet gilt, wenn jemand über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt.
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    Streaming-Tipps für den Feierabend

    Das luxuriöse Leben des Selfmade-Millionärs Mike Regan gerät aus Fugen. Ein IT-Spezialist hackt sich in seine "Smart Home"-Anlage und hat nun kompletten Zugriff auf seine Technik. Durch den Cyberangriff ist nicht nur Regans Privatsphäre bedroht, sondern seine gesamte Existenz. "Hacked - Kein Leben ist sicher" ist unser Spielfilm-Highlight mit Pierce Brosnan. (91 min, verfügbar bis 21.05.2023)
    Milo hat einen Gendefekt. Eine Diagnose, die alles verändert: Wie wird das Leben werden mit einem Kind, das extrem viel Betreuung braucht? 37 Grad startet die filmische Begleitung der Familie in einem noch frühen Stadium nach der Diagnose und schreibt ihre persönliche Lebensgeschichte über einen Zeitraum von etwa drei Jahren fort. (28 min)
    16.05.2023 | 28:41 min

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    Jan Schneider und das gesamte ZDFheute-Team
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