Update am Morgen: Was Pistorius noch werden muss

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    Update am Morgen:Pistorius muss nichts mehr werden, außer ...

    von Andrea Maurer
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    Andrea Maurer

    Guten Morgen,

    Ende April wird Boris Pistorius 100 Tage deutscher Verteidigungsminister sein. Dafür, dass er weder die erste Wahl für den Posten war, noch eine Frau ist, mit der die Parität im Kabinett aufrecht erhalten werden kann, läuft es bislang ziemlich gut. Jedenfalls ist er innerhalb kürzester Zeit zum beliebtesten Politiker der Deutschen geworden. Die Erwartungen an ihn sind hoch, und er selbst treibt sie noch höher.
    Dass der neue Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt (IBUK) nicht zimperlich ist, wird immer klarer. In Verwaltungswissenschaften würde man mit dem Organigramm des Ministeriums schon im ersten Semester durchfallen, soll er gesagt haben - und nimmt nun offenbar eine größere Personalrochade, eine teilweise Neuaufstellung der Führung, und einen Umbau des Hauses in Angriff. "Pistorius feuert Bundeswehr-Bosse", titelt die "Bild" kurz vor Ostern und schreibt kurz darauf: "Militärs planen Rache an Pistorius". Nächste Woche, am 20. April um 9 Uhr, will Pistorius die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Personalversammlung über seine Personalpläne informieren. Nach der Neuordnung der Hierarchien steht dann die nächste Mammutaufgabe an: die Neuordnung des Beschaffungswesens.
    Verteidigungsminister Boris Pistorius gilt als Pragmatiker. Ein Porträt:
    Und dann ist da noch die aktuelle Weltlage. Zurzeit ist Pistorius auf Truppenbesuch in Mali. Eigentlich geht es um den geordneten Rückzug der Bundeswehr aus ihrem größten Auslandseinsatz. Doch plötzlich steht auch eine weitreichende Entscheidung im Ukraine-Krieg an: Polen hat Berlin gebeten, die Lieferung von MiG-29-Kampfjets aus DDR-Beständen an die Ukraine zu genehmigen. Gestern Abend verkündet Pistorius in Mali das "Go" der Bundesregierung.
    Das alles liegt jetzt auch auf seinem Schreibtisch, der wiederum in einem Ministerium steht, das er anders verlassen will, als er es vorgefunden hat. Pistorius selbst betont, dass er ja in seiner Amtszeit einiges wagen könne, weil er danach nichts mehr werden muss. Andererseits hängt an seinem Gelingen viel. CDU-Chef Friedrich Merz hat es mal so formuliert:

    Pistorius ist die letzte Patrone. Wenn er als Verteidigungsminister keinen Erfolg hat, scheitert die Bundesregierung.

    Friedrich Merz über Boris Pistorius

    So viel zur Höhe der Erwartungen an Boris Pistorius: Er muss nichts mehr werden - außer erfolgreich.
    Einen guten Tag wünscht Ihnen
    Andrea Maurer, ZDF-Hauptstadtkorrespondentin

    Was im Ukraine-Krieg passiert ist

    FBI nimmt Mann in Geheimdokumenten-Affäre fest: Die US-Bundespolizei hat bei der Untersuchung zu geleakten Geheimdokumenten ein Mitglied der für den Luftraum zuständigen Einheit der Nationalgarde im US-Staat Massachusetts festgenommen. Dem 21-Jährigen wird Entwendung vertraulicher Informationen über die nationale Verteidigung zur Last gelegt. Seit Wochen kursieren im Internet geheime Dokumente von US-Stellen zum Ukraine-Krieg.
    Prigoschin will Partei übernehmen: Der Wagner-Chef hat Ambitionen, die Partei "Gerechtes Russland" zu übernehmen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dies gelingt, denn er hat viele Feinde innerhalb der Regierung - eine Analyse.
    Lage in Bachmut spitzt sich weiter zu: Die Kämpfe um die Stadt im Osten der Ukraine werden nach Angaben beider Kriegsparteien immer heftiger.
    Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

    Was heute noch wichtig ist

    Ist Frankreichs Rentenreform verfassungskonform? Heute gibt der Verfassungsrat bekannt, ob die Rentenreform und das Vorgehen der Regierung dabei rechtens sind. Außerdem entscheidet er darüber, ob ein Referendum zur Beibehaltung des Renteneintrittsalters von 62 Jahren angestoßen wird. Seit Wochen wird darüber heftig gestritten.
    Wirtschaftsministerium legt Lagebericht vor: Habecks Ministerium hatte jüngst mit Blick auf überraschend erfreuliche Industriedaten angedeutet, dass die Talsohle der Energiekrise durchschritten sein dürfte.
    Baerbock trifft Amtskollegen Qin Gang: Bei ihrer Ankunft in der chinesischen Stadt Tianjin hatte die deutsche Außenministerin eine Deeskalation der Lage in der Taiwanstraße gefordert. Auch der Krieg in der Ukraine dürfte Thema sein.
    Polens Rechte legen in Umfragen zu: Die "Konfederacja" ist EU-skeptisch, homo- und fremdenfeindlich, aber die Beliebtheitswerte steigen. ZDF-Korrespondentin Natalie Steger erklärt, wofür die "Konfederacja" genau steht und wo es Übereinstimmungen bzw. Differenzen mit der Regierungspartei PiS gibt?
    Aktuelle Corona-Zahlen und -Grafiken zur Situation in Ihrem Landkreis und zur allgemeinen Corona-Lage in Deutschland.

    Zahl des Tages

    2.023
    Heute wird die Bundesgartenschau in Mannheim eröffnet. Die Schau hat sich diesmal der Nachhaltigkeit verschrieben und möchte Mannheim zugleich eine noch grünere Lunge verpassen. Dafür wurden unter anderem 2.023 klimaresiliente Zukunftsbäume gepflanzt.

    Ein Lichtblick

    USA, Las Vegas: Bad Bunny, aus Puerto Rico stammender Popstar, spricht bei der Präsentation von Sony Pictures Entertainment auf der CinemaCon 2022.
    Quelle: dpa

    In der kalifornischen Wüste startet heute das legendäre Coachella-Festival. Mit dabei unter anderem der aus Puerto Rico stammende Popstar Bad Bunny. Der 29-Jährige ist in den Spotify-Charts seit drei Jahren der weltweit meistgestreamte Künstler. Aber das ist nicht das einzige Highlight in diesem Jahr: Erstmals in der Geschichte des Megakonzerts sind die Headliner ausschließlich nicht-weiße Künstlerinnen und Künstler.

    Gesagt

    Der Reggae-Groove war ja ganz nett, aber gesanglich haben die spanischen Surferboys die perfekte Welle um Längen verpasst.

    Peter Urban über den Spanier Manel Navarro beim ESC 2017

    Wer den Eurovision Song Contest kennt, kennt auch Peter Urban. Seit 1997 gehören seine Sprüche zum ESC wie die Punkte der Jury und die schrägen Outfits der Künstler. Heute wird Urban 75 Jahre alt - den ESC will er noch ein letztes Mal kommentieren.

    Weitere Schlagzeilen

    Die Nachrichten im Video

    heute Xpress
    Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden21.04.2024 | 1:55 min
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    So wird das Wetter heute

    Am Freitag fällt besonders in der Osthälfte Regen, an den Alpen oberhalb von 1.000 Metern Schnee. Im Westen ist es überwiegend trocken und zeitweise scheint die Sonne. Die Temperaturen erreichen sieben bis 16 Grad.
    ZDFHeuteWetter vom Freitag 14.04.2023
    Quelle: ZDF

    Zusammengestellt von Nicola Frowein
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