Debütant Malick Thiaw: Von Schalke über Milan ins DFB-Team

    DFB-Debütant Malick Thiaw:Von Schalke über Milan in die Nationalelf

    von Heiko Buschmann
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    Malick Thiaw vom Champions-League-Klub AC Mailand hofft auf seinen Einsatz am Dienstag im Länderspiel gegen Belgien. Gegen Peru erlebte er sein DFB-Debüt schon mal auf der Bank.

    13.03.2023, Mailand, Italien: Malick Thiaw (AC Mailand) in Aktion
    Malick Thiaw spielt seit dieser Saison für den AC Mailand.
    Quelle: IMAGO

    Von der 2. Liga in die Stammelf eines Weltklubs und nun auch noch deutscher Nationalspieler: Malick Thiaw hat eine rasante Entwicklung hinter sich - und Lust auf viel mehr.

    Von Fortuna Düsseldorf über Schalke zum AC Mailand

    Es ist keine zwei Jahre her, da hießen seine Gegner noch Heidenheim und Sandhausen, jetzt steht er im Viertelfinale der Champions League und erlebt gerade sein Debüt im DFB-Team. Für Malick Thiaw muss sich das Leben als Profifußballer momentan wie ein Traum anfühlen.
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    In Düsseldorf geboren und als Bub beim Amateurklub TV Kalkum-Wittlaer erstmals auf dem Platz, kam der Sohn einer finnischen Mutter und eines senegalesischen Vaters über Fortuna Düsseldorf, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach in der U15 zum FC Schalke 04.

    Thiaw: Ausbildung in der "Knappenschmiede"

    In der legendären "Knappenschmiede", aus der die Weltmeister Manuel Neuer, Benedikt Höwedes, Mesut Özil und Julian Draxler hervorgegangen sind, wurde der 1,94 Meter große Innenverteidiger zum Bundesligaprofi und, trotz des Abstiegs von Schalke 2021, elffacher U-21-Nationalspieler.

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    Dass er das DFB-Trikot tragen würde, kam allerdings über Umwege. In der U17 wurde Malick Thiaw zu Lehrgängen nach Finnland eingeladen, kam dort aber nicht zum Einsatz. Erst 2021 entschied er sich dazu, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen und künftig für sein Heimatland aufzulaufen - in einem Auswärtsspiel in Italien führte er den DFB-Unterbau sogar als Kapitän auf den Platz.
    Die guten sportlichen Gene verdankt er seinen Eltern.

    Meine Mutter war als Jugendliche eine erfolgreiche Leichtathletin, mein Vater hat im Senegal das Fußballtor gehütet. Da wird man schnell fündig, was meine Wurzeln betrifft.

    Malick Thiaw, Fußball-Nationalspieler

    Dies erklärte Malick Thiaw in einem Interview mit dem "Schalker Kreisel", der Vereinszeitschrift der Gelsenkirchener.
    Als er noch bei seinen Eltern wohnte, wurde zu Hause in verschiedenen Sprachen geredet. "Als kleiner Junge konnte ich auch Französisch, das habe ich aber zu Teilen wieder verlernt, weil Unterhaltungen schnell wieder in Finnisch oder Deutsch umgeschlagen sind", sagte Malick Thiaw: "Die Herkunft ist meiner Mutter sehr wichtig, wir besuchen oft unsere Verwandten. Sie leben in Oulu, einer Großstadt in Nordfinnland."
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    "Neue Sprache, neue Kultur, anderer Matchplan"

    Dass er nach seinem Wechsel von Schalke nach Mailand Anpassungsprobleme hatte, lag nicht an fehlenden Sprachkenntnissen. Anfangs kam der Abwehrspieler, für den die "Rossoneri" im August 2022 sieben Millionen Euro Ablöse überwiesen hatten, nicht zum Zuge: "Es war nicht einfach für mich: neue Sprache, neue Kultur, ein anderer Matchplan."
    Erst nachdem Milan am 5. Februar das Stadtduell bei Inter mit 0:1 vergeigt hatte, schlug die Stunde des Youngsters aus Deutschland. Beim 1:0-Erfolg gegen den AC Turin kam er eine Woche nach dem Derby erstmals über 90 Minuten zum Einsatz - und überzeugte nicht nur Trainer Stefano Pioli.

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    Ich habe seine Entwicklung gesehen und habe ihm gesagt: nicht aufgeben.

    Paolo Maldini, Ex-Fußballspieler, über Thiaw

    Das Lob von Milan-Legende Paolo Maldini kam nach Thiaws bisher bestem Spiel im Trikot der Lombarden: dem 1:0-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Tottenham. In seinem Debüt in der Champions League ließ der 21-Jährige den Londoner Stars Harry Kane und Heung-Min Son keinen Stich. "Nach ein paar Monaten gewöhnt man sich mehr dran, was die Mitspieler und der Trainer von dir wollen", meinte Milans Shooting-Star nach dem Match gegen die Spurs.

    Kandidat für die Heim-EM 2024

    Am 12. und 20. April kommt es nun im Viertelfinale zum inner-italienischen Duell mit dem designierten Serie-A-Meister SSC Neapel. Der Ex-Schalker ist bereit für weitere große Aufgaben - egal ob im Europapokal, am Dienstag in Köln gegen Belgien, oder womöglich bei der EM 2024 in Deutschland.

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