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Corona-Politik : Chinas gefährlicher Kurswechsel

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Die politische 180-Grad-Wende von Chinas Corona-Politik kommt so plötzlich, dass sie viele ratlos zurücklässt. Sie wirkt überstürzt und unvorbereitet – und ist gefährlich.

Statt Lockdown jetzt: Quarantäne zu Hause, offene Schulen und Geschäfte. Schlechte Wirtschaftszahlen sind wohl Hauptgrund der Lockerung, Proteste trugen jedoch ebenso dazu bei.

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Vor zwei Wochen war es eine der größten Sorgen: sich mit Corona infizieren. Die einen hatten vor allem Angst davor, was die staatlichen Behörden mit einem anstellen würden: Muss ich in eine dieser Massenunterkünfte, wo 24 Stunden am Tag das Licht brennt und es nicht genug zu essen gibt? Wenn ich von Männern in weißen Schutzanzügen abgeholt werde, werden sie meine Wohnung mit Desinfektionsmittel einsprühen und was passiert mit meinem Haustier?

Die anderen hatten Angst vor der Infektion selbst - nach drei Jahren Staatspropaganda: Die Warnung vor dem tödlichen Virus, mit dem der chinesische Staat seine extremen Maßnahmen begründete. Die staatlichen Abendnachrichten, die die Todesraten in den USA verkündeten. Und jetzt - alles anders?

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Zwangskontrolle in China - vorbei?

"Wenn du niemanden kennst, der gerade Corona hat, hast du ein Problem mit deinem Sozialleben." Dieser Witz wird von Handy zu Handy weitergeleitet. Die offiziellen Zahlen zu positiv getesteten Personen scheinen mit der Realität nichts zu tun zu haben. "Alleine ich kenne in meinem Umfeld mehr Leute, die positiv sind, als die offizielle Statistik zeigt", ist eine typische Reaktion auf den Straßen von Peking.

"Das ist doch unverantwortlich. Als die Regeln noch streng waren, durfte ich nicht mal meine Haustür öffnen", sagt ein Mann, der sich Herr Li nennt und den wir am Houhai-See mitten in Peking treffen.

Jetzt mit den Lockerungen ist es, als ob sich keiner mehr um uns kümmern würde. Das ist doch verrückt.
Herr Li, Bewohner von Peking

Drei Corona-Jahre für den Ausbau der Kontrolle genutzt

Drei Jahre lang brüstete sich die chinesische Führung damit, die Verantwortung für die Gesundheit ihres Volkes zu tragen. Unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes baute sie die Kontrolle ihrer Bürgerinnen und Bürger aus: kein Zutritt zu Büro oder Wohnkomplex, ohne sich mit der Gesundheitsapp zu registrieren. Kein Zutritt zum Supermarkt ohne aktuellen Corona-Test.

Die chinesische Corona-App ermöglicht dem Staat eine engmaschige Überwachung, die natürlich auch die Arbeit der Medien erschwert - wie Mima-Reporterin Miriam Steimer zeigt.

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Eine Woche Zwangsaufenthalt in einer staatlichen Quarantäne-Unterkunft, wer in einem Restaurant gegessen hatte, in dem ein später positiv getesteter Essensauslieferer etwas abholte. Stunden in einer Einkaufsmall oder einem Freizeitpark eingesperrt, weil ein Besucher Kontakt mit einer infizierten Person gehabt haben soll. Das war Realität in China.

Von Staatsüberwachung zu Selbstverantwortung

"Jeder ist in erster Linie selbst für seine Gesundheit verantwortlich" steht auf den Schildern, die zum Beispiel in den Schaufenstern von Apotheken hängen. Dort sind die Antigen-Selbsttests ebenso ausverkauft wie Erkältungs- und Fiebermittel, die endlich wieder frei verkauft werden dürfen. In den vergangenen Jahren hatten die wenigen, die aus dem Ausland nach China einreisen durften, Großpackungen Aspirin und Ibuprofen im Koffer. Denn wer das in Peking kaufen wollte, musste sich registrieren und machte sich verdächtig, eine Corona-Erkrankung verheimlichen zu wollen.

Es scheint, als hätte der chinesische Staat die Reißleine gezogen. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die Rekordzahlen an positiv Getesteten eine Kontaktnachverfolgung schon unmöglich machten und viele Krankenhäuser und Quarantäne-Einrichtungen bereits am Limit waren. Beschleunigt wurde der Plan durch die Proteste gegen die strikten Corona-Regeln. Obwohl viele im Land durch die staatliche Zensur davon nichts mitbekamen, zeigten sie das Ausmaß des Unmutes der Bevölkerung. Der Hauptgrund für den Politikwechsel sind aber wohl die katastrophalen Folgen der Null-Covid-Politik für die Wirtschaft.

In China hat die strenge Corona-Politik zu den größten Protesten seit Jahrzehnten geführt. In der Hauptstadt Peking und anderen Millionenstädten gingen hunderte Demonstrierende auf die Straßen.

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Gefährlicher Wandel: Infektionswelle gegen Impfkampagne

Und jetzt? Offiziell ist nicht von einem Ende der Null-Covid-Politik die Rede, denn das wäre ein Gesichtsverlust für Staatschef Xi Jinping, der sie als Beweis für die Überlegenheit seines politischen Systems verkauft. Doch auch die Staatsmedien nutzen den Begriff nicht mehr.

Der plötzliche Wandel wirkt überstürzt, unvorbereitet und kopflos. Die abrupte Umstellung von Lockdown zu Durchseuchung könnte Millionen Menschen das Leben kosten. Denn gerade von den besonders gefährdeten Alten sind zu wenige geimpft. Und die Staatsgelder flossen in den vergangenen Jahren in den Bau von provisorischen Quarantänelagern und Massentests statt nachhaltig in den Aufbau von Intensivbetten und das Gesundheitssystem. Es ist ein Wettbewerb Infektionswelle gegen Impfkampagne.

Touristen mit und ohne Maske in Cozumel, Mexiko
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Corona-Lage in Reiseländern - 86 oder 3.100? Wie Europas Inzidenzen trügen 

In vielen Ländern Europas sind die Inzidenzen abgestürzt - in Portugal seit Monatsbeginn von 170 auf 0. Woran liegt das? Und welche Hinweise gibt es noch zur realen Corona-Lage?

von Gary Denk

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Corona-Test und Neuinfektionskurve in Deutschland
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Wichtige Zahlen zum Coronavirus - Wie viele sich infizieren und sterben 

Wie viele Neuinfektionen gibt es in Deutschland? Wie hoch ist die Inzidenz? Wie ist die Lage auf den Intensivstationen? Die aktuellen Corona-Zahlen und Grafiken.

von R. Meyer, M. Zajonz
Eine Frau ohne Maske steigt hinter einem Aufkleber mit der Aufschrift «Maskenpflicht» aus einem Bus aus.

Nachrichten | heute - Das Ende der Maskenpflicht im ÖPNV 

Mit dem heutigen Tag endet die Maskenpflicht im Fern- oder Nahverkehr. Lediglich in medizinischen Einrichtungen und Pflegeheimen ist das Tragen einer Maske weiterhin verpflichtend.

02.02.2023
von Susana Santina
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