Schuster: "Deutschland ist ein sicheres Land für Juden"

    Trotz antisemitischer Attacken:Schuster: Deutschland sicheres Land für Juden

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    Deutschland bietet nach Ansicht des Zentralrats der Juden den im Land lebenden jüdischen Menschen trotz der aktuellen antisemitischen Attacken ausreichend Schutz.

    Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, aufgenommen am 19.04.2023
    Seit dem Terrorakt der Hamas sei der Hass auf Israel wiederaufgeflammt, sagt Schuster. (Archivfoto)
    Quelle: Imago

    Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sieht trotz der jüngsten Vorfälle nach der Eskalation im Nahost-Konflikt die Situation für Juden in Deutschland als tragbar an.
    Schuster sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Freitag):

    Deutschland ist ein sicheres Land für Juden. Dabei bleibe ich.

    Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden

    "Die Sicherheitsbehörden tun in meinen Augen alles dafür, dass sich das nicht ändert. Selbst wenn die Bedrohung aktuell mehr von arabischer Seite ausgeht als von der rechtsextremistischen Szene in Deutschland."
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    Schuster: Justiz greift inzwischen härter durch

    Schuster sagte, dass auch die Justiz inzwischen härter durchgreife. "Ich erkenne eine Tendenz zur Besserung in den Justizbehörden. Es wird etwas energischer bei antisemitischen Vorfällen vorgegangen, auch was das Strafmaß angeht."
    Er fügte hinzu:

    Aber eine Sehschwäche auf dem rechten, beziehungsweise antisemitischen, Auge hat die Justiz immer noch.

    Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden

    Zentralsratspräsident: Antisemitische Vorfälle seit 2015 kaum angestiegen

    Schuster hat nicht mehr die Befürchtung, dass Flüchtlinge aus überwiegend muslimisch geprägten Ländern grundsätzlich den Antisemitismus in Deutschland verstärken.
    "Ich selbst hatte 2015 große Sorgen geäußert, dass wir bewusst Menschen mit antisemitischen Gedankengut nach Deutschland lassen. Man muss jedoch sagen, dass die israelfeindlichen oder explizit antisemitischen Vorfälle seither kaum angestiegen sind", sagte er dem RND.
    Olaf Scholz.
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    Schuster: Hass auf Israel seit Hamas-Terror wiederaufgeflammt

    Allerdings sei mit den Auseinandersetzungen seit dem Überfall der palästinensischen Terrorgruppe Hamas auch hierzulande ein Hass auf Israel und auf Juden wiederaufgeflammt, "den es in dieser Intensität lange nicht mehr gab", sagte Schuster.
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    "Ich vermute leider, dass hierbei Menschen, die gerade mit diesen Flüchtlingswellen nach Deutschland gekommen sind, auch eine große Rolle spielen."
    Angriff auf Israel (Karte Israel, Gazastreifen etc.)
    ZDFheute Infografik
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    Schuster: Verantwortung für Fremdenhass und Rassismus trägt AfD

    Für problematisch hält Schuster allerdings auch, dass sich das politische Klima in Deutschland insgesamt in den vergangenen Jahren gewandelt habe.

    Die Verantwortung dafür trägt eine Partei, die Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auf ihre Fahnen geschrieben hat. Ich meine die AfD.

    Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden

    Er würde sich wünschen, dass Lehrerinnen und Lehrer noch besser ausgebildet werden, wie sie mit Rassismus oder Antisemitismus im schulischen Alltag umgehen können.

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