Champions League: Leipzig "zur Not zu zwölft" gegen ManCity

    Mit knappem Kader ins Rückspiel:RB Leipzig "zur Not zu zwölft" gegen ManCity

    von Ullrich Kroemer
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    Vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Manchester City plagen RB Leipzig Personalprobleme. Doch der Underdog entwickelt eine Jetzt-erst-recht-Mentalität.

    11.03.2023, Fußball-Bundesliga, RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach: Benjamin Henrichs, Emil Forsberg, Timo Werner (von links) jubeln nach dem 2:0 durch Elfmeter von Forsberg
    Im zweiten Frühling: Emil Forsberg (Mitte), der hier mit Benjamin Henrichs (links) und Timo Werner sein Tor zum 2:0 gegen Mönchengladbach feiert.
    Quelle: Jan Woitas/dpa

    Es war nur ein Nebensatz bei seiner Vorstellungs-Pressekonferenz im September 2022. Aber Marco Rose war es damals wichtig, darauf hinzuweisen, dass der RB-Kader sehr knapp besetzt sei. Den kleinen Kader hatte sich sein Vorgänger Domenico Tedesco gewünscht. Dessen Credo: Je kleiner die Gruppe, desto geringer die Anzahl der Enttäuschten.

    Nkunku und Schlager fehlen RB Leipzig

    Vor dem Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale bei Manchester City (Dienstag, 21 Uhr) ist das Thema nun aktuell geworden. Mit Christopher Nkunku (Muskelfaserriss) und Xaver Schlager (OP am Syndesmoseband) fehlen zwei immens wichtige Spieler. Dani Olmo kann nach seinem Muskelfaserriss höchstens ein paar Minuten eingreifen.
    Dazu schwächte ein Virus das Team. Kevin Kampl war beim 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach nur ein paar Minuten einsatzfähig, Timo Werner schoss zwar ein Traumtor, hatte sich zuvor jedoch mit "Tabletten zugefeuert", wie Rose verriet.
    11.03.2023, Leipzig: Timo Werner (RB Leipzig) jubelt über sein Tor
    Borussia Mönchengladbach ist in Leipzig zunächst das bessere Team. Ein gehaltener Strafstoß und ein Schuss wie ein Strich von Timo Werner kippen das Momentum zu Leipzigs Gunsten.13.03.2023 | 7:40 min

    Leipzigs Offensive dezimiert

    Auch andere wie Dominik Szoboszlai und André Silva waren nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Doch nun müssen die Verbliebenen gerade in der Offensive mangels anderer Optionen auf Gedeih und Verderb ran.
    So beschwor Rose vor dem Spiel im Etihad Stadium die Jetzt-erst-recht-Mentalität seines Teams: "Mein Gott, dann fahren wir eben zu zwölft zu City."

    Wir haben wenig Alternativen, das spürt man.

    Marco Rose

    Blaswich: "Wir haben etwas vor"

    Bisweilen fehle wie in der ersten Hälfte gegen Gladbach der Esprit. Das Erfolgserlebnis gegen die "Fohlen" solle den Leipzigern nun Kraft und Vertrauen verleihen. Das war in den Aussagen der Protagonisten auch durchaus herauszuhören.
    Torhüter Janis Blaswich, der gegen Gladbach einen Elfmeter hielt und zum Matchwinner avancierte, kündigte an: "Wir haben auch in Manchester etwas vor." Jeder müsse alles aus seinem Körper holen, forderte Forsberg:

    Druck machen und besser anlaufen, da sind wir am besten.

    Emil Forsberg

    Emil Forsberg im zweiten Frühling

    Altvordere wie er, die schon seit Jahren bei RB sind, müssen es nun in Abwesenheit der Jungstars richten. Pünktlich vor dem großen Spiel erlebt Forsberg seinen zweiten Frühling, in den letzten vier Bundesligapartien traf er jeweils.
    Doch die Leipziger laborieren in diesem Jahr an der rätselhaften Schwäche, in der ersten Halbzeit nicht voll da zu sein und in den großen Spielen in Rückstand zu geraten - um sich schließlich erst dann aufzubäumen, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen.

    Leipzig: Besser starten als im Hinspiel

    Das war gegen Bayern München und Borussia Dortmund so und auch im ersten Achtelfinal-Match beim 1:1 gegen ManCity. "Wenn wir noch einmal so ins Spiel gehen wie im Hinspiel, haben wir gegen City keine Chance", sagte der formstarke Rechtsverteidiger Benjamin Henrichs:

    Das müssen wir auf jeden Fall abstellen, mutig auftreten, das Spiel genießen.

    Benjamin Henrichs

    Für RB Leipzig wäre der Viertelfinaleinzug (Auslosung am Freitag, 17. März, im ZDF) der größte internationale Erfolg, nachdem das Team 2020 beim Corona-Königsklassen-Turnier in Lissabon bis ins Halbfinale gekommen war.

    Viertelfinale brächte Imagegewinn

    Ein Sieg gegen Erling Haaland & Co. wäre ein immenser Prestigeerfolg, der Leipzigs Stellenwert unter den besten 16 Teams weiter verbessern würde - und die Attraktivität von Wechseln in die Messestadt weiter erhöhen.
    Finanziell ist RB nicht zwingend auf Mehreinnahmen angewiesen. Im Budget eingeplant ist lediglich die jährliche Qualifikation für die Champions League.
    Marco Rose hält beim Training zwei Bälle fest
    RB-Leipzig-Trainer Marco Rose spricht mit Sven Voss über seine Rückkehr in die Heimat Leipzig und seinen Weg vom "Kloppo"-Schüler zum Bundesliga-Trainer.19.02.2023 | 9:34 min

    Gehen Nkunku und Laimer weg?

    Doch für den bevorstehenden Umbruch nach den weiter höchst wahrscheinlichen Abgängen von Nkunku und Konrad Laimer würde ein Viertelfinaleinzug dem neuen Sportchef Max Eberl und dem künftigen Sportdirektor Rouven Schröder mehr Beinfreiheit bei der Suche nach Nachfolgern verschaffen - damit der Kader in der kommenden Saison für alle Eventualitäten gerüstet ist.

    Das Champions-League-Achtelfinale

    Dienstag, 14. März, 21 Uhr
    Manchester City - RB Leipzig (Hinspiel: 1:1)
    FC Porto - Inter Mailand (0:1)

    Mittwoch, 15. März, 21 Uhr
    Real Madrid - FC Liverpool (5:2)
    SSC Neapel - Eintracht Frankfurt (2:0)

    Dienstag, 7. März
    Benfica Lissabon - FC Brügge 5:1 (Hinspiel 2:0)
    FC Chelsea - Borussia Dortmund 2:0 (0:1)

    Mittwoch, 8. März
    Tottenham Hotspur - AC Mailand 0:0 (0:1)
    Bayern München - Paris St. Germain 2:0 (1:0)
    Die wichtigsten Spiele gibt es immer mittwochs ab 23 Uhr bei sportstudio.de und bei ZDFheute im Video.

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