Neuer Red-Bull-Heilsbringer: Große Show um Jürgen Klopp
Neuer Red-Bull-Heilsbringer:Wie ein Prediger: Große Show um Jürgen Klopp
von Ullrich Kroemer
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In einer 90-minütigen Live-Show wurde Jürgen Klopp bei Red Bull präsentiert. Konzern-CEO Oliver Mintzlaff sagte, was er eines Tages von Klopp erwarte: den Meistertitel für Leipzig.
Jürgen Klopp hat zur Pressekonferenz geladen - und alle kommen, um dem obersten Fußball-Boss bei Red Bull Fragen zu seinem neuen Job zu stellen.15.01.2025 | 1:15 min
Rund um den gläsernen Hangar 7 in Salzburg starteten und landeten Flugzeuge, während Jürgen Klopp auf der Bühne saß und seinen neuen Job als globaler Fußballchef von Red Bull erklärte. Eingerahmt von zwei Formel-1-Boliden, mit denen einst Max Verstappen und David Coulthard unterwegs waren.
Einen Coup wie die Verpflichtung von Klopp inszenierte der sendungsbewusste Marketingkonzern als ganz große Show. Klopp wurde in einer anderthalbstündigen Livesendung inklusive Fragerunde der etwa 300 akkreditierten Journalisten aus 17 Ländern im konzerneigenen Servus TV vorgestellt. Das hat es so auch noch nicht gegeben.
Jürgen Klopp ist als Red Bulls "Head of Global Soccer" vorgestellt worden. Seine wichtigsten Aussagen auf der Pressekonferenz - unter anderem zur angeblichen Bundestrainer-Klausel.14.01.2025 | 3:47 min
Klopp verwundert über den großen Rummel
Klopp saß in schwarzem Longsleeve-Shirt, schwarzer Hose und schwarzen Strümpfen mit weißen Turnschuhen auf der Bühne wie ein Guru á la Steve Jobs und wunderte sich - mit dem ihm eigenen Understatement - über all den Rummel.
Ich dachte, das sei eine Pressekonferenz und war erstaunt, dass geklatscht wurde, als ich reinkam.
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Jürgen Klopp
Doch auch Menschenfänger "Kloppo" weiß selbstredend, dass er zu den einflussreichsten Akteuren im Fußball weltweit zählt. "Red Bull hatte wahrscheinlich noch nie jemanden, der so prominent ist wie ich", sagte er achselzuckend. Das ist durchaus zutreffend beobachtet.
Klopp soll bis zu fünf Prozent Leistungssteigerung bewirken
Entsprechend hoch sind die Erwartungen an ihn. Nach seinen ersten Besuchen in Frankreich, wo sich Red Bull beim Zweitligisten Paris FC eingekauft hat, und bei RB Leipzig sagte er: "Ich begreife langsam, dass ich wirklich viel helfen kann. Ich möchte nicht nur ein Mitläufer sein, nicht nur ein Promi, ich möchte einen Beitrag leisten, und das kann ich", betonte der langjährige Mainzer, Dortmunder und Liverpooler Trainer.
Red-Bull-CEO Oliver Mintzlaff, der neben Klopp auf dem Podium Platz nahm, umschrieb die Ansprüche so: "Dieses Gefühl, ich kann hier etwas beitragen und bewegen, hat bei uns gefehlt."
Es hat jemand gefehlt, der diese Erfahrung, dieses Wissen und diese Energie hat.
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Oliver Mintzlaff, Red-Bull-CEO
Mintzlaff spricht von der Meisterschaft
Mintzlaff ging auch auf seine Kritik an RB Leipzig vom vergangenen Jahr ein. "Wir sind alle im Profisport, um zu gewinnen. Vielleicht eines Tages auch die Deutsche Meisterschaft im Fußball", so der ehrgeizige RB-Aufsichtsrat und Vordenker.
Jemand wie Klopp, der nicht täglich an der Seitenlinie stehe und Zeit dafür habe, eine andere Perspektive einzunehmen, sei dafür Gold wert. Bis zu fünf Prozent Leistungssteigerung für die Red-Bull-Klubs erhofft sich Mintzlaff von Klopps Verpflichtung: "Das ist viel im Profisport."
Wie ein Prediger sagte der Heilsbringer mit seinem typischen Kloppo-Lächeln mit dem strahlend weißen, markanten Gebiss: "Ich möchte Menschen dabei helfen, sich zu verbessern, Glück beitragen, um erfolgreicher zu werden."
Unter den Augen des neuen Fußballchefs Jürgen Klopp hat Leipzig souverän 4:2 gegen Werder Bremen gewonnen. Rückkehrer Simons stellte mit einem Doppelpack die Weichen auf Sieg.13.01.2025 | 8:48 min
Konkret wurde er bezüglich möglicher Änderungen und Anstöße kaum, noch zu frisch sind die Eindrücke, die er in seiner ersten Arbeitswoche sammelte. Doch er betonte, dass der Red-Bull-Fußball vor allem "Wiedererkennungswert" haben müsse. Jeder solle diese Handschrift erkennen.
Souveräner erster Auftritt
Klopp wirkte bei dem ersten öffentlichen Auftritt durchaus glaubwürdig und sympathisch, gut erholt, inspirierend und souverän - auch bei der Frage nach den Hatern in den Ultrakurven, die den einstigen Helden Klopp nun in neuer Funktion anfeinden.
Wenn man es nicht verstehen will, wird man es nicht verstehen.
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Jürgen Klopp über die Anfeindungen in den Stadien
"Ich war in Leipzig im Stadion, die Menschen dort genießen es, Teil einer unfassbaren Reise zu sein." Wer, fragte er, entscheide denn wo hochklassiger Fußball stattfindet? "Ein Arzt oder Anwalt behandelt Menschen ja nicht anders, je nachdem aus welcher Stadt sie kommen. Jetzt mache ich das eben für Red Bull."
Ein typischer Klopp-Satz. Zum Abschluss nahm er den bisweilen etwas steifen CEO Mintzlaff kurz lachend in den Schwitzkasten. Das haben sich bislang auch nicht allzu viele im Red-Bull-Reich gewagt.
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