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Betten und Hospitalisierung - Wie die Lage auf den Intensivstationen ist

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Wie viele Intensivbetten sind belegt? Wie viele Corona-Patienten liegen auf den Intensivstationen? Wie hoch ist die Hospitalisierungsinzidenz? Die Daten im Überblick.

Ein überlastetes Gesundheitssystem – das gilt es während der gesamten Pandemie und der aktuellen vierten Corona-Welle zu verhindern.

Wie nah sind die Krankenhäuser und Intensivstationen in Deutschland an der Belastungsgrenze? Dieser Artikel wirft einen Blick auf die wichtigsten Daten. Alle Zahlen aktualisieren sich automatisch.

Wie viele Intensivstationen sind bereits am Limit? Folgende Grafik zeigt, wie viele Intensivstationen eingeschränkten Betrieb melden. Noch nie während der gesamten Pandemie meldeten mehr Intensivbereiche eingeschränkten Betrieb. Vor allem das fehlende Personal wird derzeit als häufigster Grund von den Intensivstationen angegeben.

Wie genau die Lage bei Ihnen vor Ort ist, können Sie im Reiter "Klinik-Tabelle" in der Grafik oben herausfinden. Über die Suchfunktion können Sie mithilfe des Namens der Klinik, dem Ort oder der Straße die örtlichen Krankenhäuser finden. Die Kliniken melden mithilfe eines Ampelsystems, ob sie noch genügend Beatmungsplätze zur Verfügung haben - denn nicht jedes Bett ist für jede Art der Beatmung geeignet.

Grundsätzlich wird zwischen drei Arten von Versorgungsstufen auf Intensivstationen unterschieden:

  • Low Care: Einfacher Intensivplatz, Beatmung durch Gesichtsmaske, Patient atmet selbstständig
  • High Care: Intensivplatz mit stärkerer Versorgung, Beatmung durch Schlauch in der Luftröhre, die Maschine übernimmt das Atmen
  • ECMO: Höchste Versorgungsstufe, Blut wird außerhalb des Körpers durch eine Maschine mit Sauerstoff versorgt

Wie viele Intensivbetten sind belegt?

Covid-19-Patienten machen auf Deutschlands Intensivstationen wieder einen zunehmend größeren Anteil aus – und führen dazu, dass es immer weniger freie Betten gibt. Folgende Grafik zeigt, wie viele der verfügbaren Intensivbetten aktuell von Corona-Patienten und anderen Intensivfällen belegt werden.

Der Anteil von Covid-Patienten mag auf den ersten Blick nicht hoch wirken. In einem Strategiepapier des Robert-Koch-Instituts für den Winter gilt aber bereits ab 12 Prozent die höchste Warnstufe für diesen Wert.

Der Grund: Corona-Patienten sind besonders pflegeintensiv und sie liegen länger auf der Intensivstation als andere Patienten. Dazu kommt, dass bei einer hohen Belegung mit Corona-Patienten Notreserven nicht mehr ausreichend vorgehalten werden können, um auf andere Ernstfälle reagieren zu können.

Wichtig für die Versorgung von Patienten ist aber die Lage vor Ort. Folgende Karte zeigt, wie viele Intensivbetten in den Kreisen und Städten belegt sind. Regional 85 Prozent Belegung sind laut der Intensiv-Vereinigung Divi zu bestimmten Zeitpunkten in der Regel nicht ungewöhnlich. Problematisch werde es erst bei mehr als 85 Prozent und insbesondere bei mehr als 90 Prozent Belegung.

Eine hundertprozentige Auslastung in einer Region bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass dort schwere Covid-19-Fälle nicht mehr behandelt werden können.

Einige Kliniken können kurzfristig neue Intensivbetten zur Verfügung stellen und so ihre Kapazitäten notfalls ausbauen. Etwas mehr als 9.000 Notfallbetten stehen laut Intensivregister als Reserve zur Verfügung. Der Einsatz der Reserve würde aber laut Divi gleichzeitig bedeuten, dass der reguläre Krankenhausbetrieb noch stärker eingeschränkt werden müsste.

Zudem können Intensivpatienten auch in einem anderen Landkreis oder sogar in einem anderen Bundesland behandelt werden. So stimmen sich zum Beispiel im "Kleeblattprinzip" einzelne Bundesländer untereinander ab und können dadurch Patienten in andere Bundesländer verlegen.

Wie viele Corona-Patienten gibt es in meinem Landkreis?

Wo es aktuell anteilig besonders viele Covid-Patienten auf Intensivstation gibt, zeigt folgende Karte. Allerdings spiegelt die Karte nicht das Infektionsgeschehen in den Landkreisen wider, da Kliniken Intensivpatienten auch in andere Landkreise verlegen können.

Das Corona-Risiko ist nicht für alle Infizierten gleich hoch. Vor allem ältere Menschen landen deutlich häufiger auf der Intensivstation und sterben. Menschen über 80 machen seit Beginn der Pandemie fast zwei Drittel aller Corona-Todesfälle in Deutschland aus.

Wer liegt auf den Intensivstationen?

Seit einigen Wochen steigt auch wieder die Zahl der über 60- und über-80-Jährigen auf den Intensivstationen in Deutschland, während es im Sommer mehr Jüngere waren:

Wie die aktuelle Altersverteilung auf den Intensivstationen aussieht, sehen Sie hier:

Die Gesamtzahl der Intensivpatienten in Deutschland steigt schon seit einigen Wochen rasant. Und in den kommenden Wochen werden noch viele hinzukommen, da die aktuell hohen Infektionszahlen erst mit Verzögerung höhere Patientenzahlen auf den Intensivstationen zur Folge haben.

Lage der Intensivstationen in den Bundesländern

Nicht überall in Deutschland ist die Lage gleich angespannt. Wie die Situation der Intensivstationen in den Bundesändern ist, zeigt folgende Übersicht. Wie viele Intensivbereiche melden eingeschränkten Betrieb, wie viele sind es im Vergleich zur Vorwoche? Wie viele Betten sind belegt? Wie viele Covid-Patienten liegen auf den Stationen?

Wie hoch ist die Hospitalisierungsinzidenz?

Die Belastung des Gesundheitssystems lässt sich aber nicht nur speziell anhand der Intensivstationen ablesen, sondern anhand der Krankenhäuser insgesamt. Der entscheidende Wert dafür: Die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele gemeldete Covid-Fälle in den vergangenen sieben Tagen ins Krankenhaus (nicht nur auf Intensivstationen) gekommen sind.

Dieser Wert hat jedoch massive Probleme. Die Hospitalisierungsinzidenz fällt wegen fehlender Nachmeldungen deutlich zu gering aus – teilweise dauert es mehrere Wochen, bis eine Krankenhausaufnahme gemeldet wird.

Die vom Robert-Koch-Institut ausgewiesene Hospitalisierungsinzidenz beinhaltet zudem nur Hospitalisierungen, bei denen auch die Covid-Infektion in den vergangenen sieben Tagen gemeldet wurde.

Das RKI berechnet deshalb auch eine angepasste – gesetzlich nicht relevante – Hospitalisierungsinzidenz, die die Meldeverzüge ausgleichen soll. Der bundesweite Wert sowie die Schätzung des RKI sind in folgender Grafik dargestellt. Die statistische Schätzung bringt aber auch Unsicherheiten mit sich – dargestellt durch den hellroten Bereich. Der tatsächliche Wert könnte laut Schätzung auch etwas über oder unter den in der blauen Linie angegebenen Zahlen liegen. Das RKI veröffentlicht diese Daten nur wöchentlich.

Weil die Hospitalisierungsinzidenz als politischer Leitwert der Pandemie konkrete Corona-Maßnahmen zur Folge hat, stellt ZDFheute diese Zahl im Folgenden je Bundesland dar. Aufgrund der Meldeverzüge und der Berechnungsweise sind diese Zahlen aber mit großer Vorsicht zu genießen.

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer und die Bundesregierung haben sich Mitte November auf folgende Grenzwerte geeinigt:

  • Ab einer Hospitalisierungsinzidenz von 3 gilt unter anderem bei vielen Veranstaltungen und in Restaurants die 2G-Regel.
  • Ab einem Wert von 6 gilt insbesondere in Diskotheken, Clubs oder Bars 2G plus (geimpft oder genesen + Test).
  • Ab einer Inzidenz von 9 sollen die Länder weitere Maßnahmen ergreifen.

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